23.09.2018

Hamburger Abendblatt: „Die Gewinner der Plagiat-Affäre“

 

In einem Beitrag des Hamburger Abendblattes beschreibt der Autor Lars Marten Nagel auf Seite 3 (Ausgabe: 28. Februar 2011), welche Auswirkungen die Vorwürfe gegen Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg auf die Auftragslage der Ghostwriter hat.

Zitat:

„Hamburg. Wenn es Gewinner in der Plagiats-Affäre um die Doktorarbeit von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gibt, dann sind es Ghostwriter. ´Seit einer Woche glüht das Telefon´, sagt Karl-Heinz Smuda, 50, Ghostwriter aus Berlin. Rund 130 Anfragen für wissenschaftliche Arbeiten habe er seit Beginn der Affäre gehabt. ´Viel mehr als sonst.´ Smuda ist seit 35 Jahren im Geschäft.

Seine Homepage wird so häufig angeklickt wie nie zuvor. ´Ich kann die Google-Suchworte einsehen, mit denen mich Menschen finden´, sagt Smuda. In den vergangenen Tagen seien die Kombinationen ´Guttenberg, Preise, Ghostwriter´ oder ´Guttenbergs Ghostwriter´ besonders häufig gewesen.

Bei den Interessenten handele es sich meist um Studenten mit gut verdienenden Eltern, erzählt Smuda. Sie erhalten eine klare Antwort: kein Ghostwriting für Studenten. ´Betrug ist kein Ausgangspunkt für eine Karriere´, steht auf Smudas Homepage. Einige Interessenten hätten gar keine Hemmungen. Gleich 150 Arbeiten der Geschichte und Literaturwissenschaft habe ein Kleinunternehmer bestellen wollen – für den Weiterverkauf. Gesamtvolumen: 300 000 Euro, unversteuert.“

Zur Affäre zu Guttenberg:

„Beim Verteidigungsminister allerdings ist sich Smuda sicher, dass er keinen Profi beauftragt hat. Zu viele Fehler. Smuda vermutet, dass Guttenberg Helfer aus dem engeren Mitarbeiterkreis gehabt habe. ´Irgendwelche Leute, die noch etwas werden wollen´.“

Mehr auf der Homepage des Hamburger Abendblattes:

http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article1798768/Die-Gewinner-der-Plagiats-Affaere.html

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