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	<title>Lektor und Ghostwriter in Berlin &#187; Textprobe</title>
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		<title>Newsletter. Wissend zeigen</title>
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		<pubDate>Sat, 22 May 2010 09:01:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Smuda</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Journalistisch gemacht. Jeder Newsletter ist ein Unikat. Die Preise pro Newsletter hängen vom Umfang ab.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Newsletter informieren Interessierte. Enthalten sind Nachrichten. Es kommt auf die Mischung an.</p>
<p>Wer Newsletter verschickt, vermittelt Wissen. Er informiert über Entwicklungen und Hintergründe. Der Auftraggeber erläutert. Es ist naheliegend, dass er über sein Unternehmen berichtet. Was gibt es Neues?</p>
<h3>Nachrichten aus der Firma</h3>
<p><img class="alignright size-full wp-image-13496" title="Newsletter Smuda" src="http://www.smuda-berlin.de/wp-content/uploads/2010/05/Newsletter-Smuda.jpg" alt="Newsletter schreiben lassen" width="275" height="209" />Texte in Newslettern werden kurz und knapp formuliert. Themen müssen wie in Nachrichtensendungen gewichtet werden. Nicht allein die Inhalte zählen. Die Übersichtlichkeit erfreut das Auge des Lesers. Zur Formulierung von Newslettern gehört seriöse Nachrichtenkompetenz.</p>
<p>Jede Nachricht hat einen Leadsatz, eine Quelle. Wissen vermitteln. Wissen haben. Kompetent wirken.</p>
<h3>Verlässlich regelmäßig</h3>
<p>Newsletter sind Periodika. Die Stärke liegt in der kontinuierlichen Information: wöchentlich, monatlich, vierteljährlich.</p>
<p>In der Praxis sammele ich Nachrichten. Gefragt sind andere journalistische Stilformen wie das Statement, die kurze Reportage, der Kommentar. Newsletter gedruckt oder per eMail offeriert: Kompetenz wirkt immer seriös.</p>
<p>Übrigens ist diese Arbeit nicht teuer. Der Redakteur beherrscht sein Thema und findet routiniert Facetten. Jeder Newsletter ist ein Unikat. Die Preise pro Newsletter hängen vom Umfang ab. Die Kosten dürften zwischen 250 und 500 Euro je Ausgabe liegen &#8211; bei einem Auftrag ab drei Newsletter.</p>
<p>Ich bin journalistisch gern für Sie da.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Miteinander sprechen. Texte nicht stehlen.</title>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 13:55:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Smuda</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für alle Texte auf dieser Webseite zeichne ich als Urheber. Ich bitte darum, davon abzusehen, Texte ohne meine Genehmigung zu verwenden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für alle Texte auf dieser Webseite zeichne ich als Urheber. Ich bitte darum, davon abzusehen, Texte ohne meine Genehmigung zu verwenden. In der Regel biete ich nach einem Verstoß gegen das Urheberrecht freundlich an, die verwendeten Texte nachträglich zu erwerben.</p>
<h3>Urheberrecht: ein hohes Gut!</h3>
<p><a rel="attachment wp-att-13207" href="http://www.smuda-berlin.de/kontakt/miteinander-sprechen-texte-nicht-stehlen/attachment/recht-smuda/"><img class="alignright size-full wp-image-13207" title="Recht Smuda" src="http://www.smuda-berlin.de/wp-content/uploads/2010/05/Recht-Smuda.jpg" alt="Recht Smuda" width="277" height="206" /></a>Urheberrecht ist nicht nur in Deutschland ein hohes Gut. Deshalb bestehen vielerlei rechtliche Möglichkeiten, damit das geistige Eigentum anderer nicht ungefragt verwendet wird. Diese rechtlichen Möglichkeiten nutze ich, wenn ich auf fehlende Einsicht stoße.</p>
<p>Regelmäßig überprüfe ich, ob meine Texte unerlaubt übernommen wurden.</p>
<h3>Soziale Einrichtungen</h3>
<p>Ich freue mich über Ihr Interesse. Im Einzelfall bin ich bereit, einzelne Beiträge kostenlos freizugeben, wenn ein Link zu dieser Webseite gesetzt wird. Kommunikation ist leicht. Sie verhindert Konflikte. Diese Offerte unterbreite ich nur Einrichtungen, die allgemein anerkannte soziale Ziele verfolgen.</p>
<p>Wer Helfen vor das Geldverdienen setzt, hat hier eine verständnisvolle Adresse. Dann unterstütze ich Sie. Lassen Sie uns miteinander reden. Ich sollte von den Zielen dieser sozialen Einrichtungen aber überzeugt sein. Nicht alles, was diesen Stempel trägt, dient uneingeschränkt dem Gemeinwohl.</p>
<h3>Kosten nach einer Urheberrechtsverletzung</h3>
<p>Bedenken Sie bitte die Kosten, die Ihnen unverzüglich entstehen könnten, wenn Sie auf ein Telefongespräch, einen Brief oder eine eMail verzichten. Nur über diese Wege übertrage ich Verwertungsrechte.</p>
<p>Miteinander sprechen, bitte nicht stehlen. Dann wird alles gut.</p>
<h3>Ausnahmen</h3>
<p>Handelt es sich um Pressemitteilungen, gestatte ich die Übernahme ohne Rückfrage bei mir. Wird auf ein Buch oder ein Manuskript hingewiesen, dient das den Autoren. Ihnen bin ich verpflichtet. Daher erlaube ich auch die Übernahme dieser Texte.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Texter. Für Firmen: Information als Werbung</title>
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		<pubDate>Thu, 13 May 2010 18:42:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Smuda</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Überzeugend sind Erläuterungen. Dahinter stehen immer eine Meinung oder ein Ereignis. Die Aufgabe des Journalisten besteht darin, das Besondere hervorzuheben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Werbung hat viele Gesichter. Überzeugend sind Erläuterungen. Dahinter  stehen immer eine Meinung oder ein Ereignis. Die Aufgabe des  Journalisten besteht darin, das Besondere hervorzuheben. Im Grunde geht  es um die klassische Nachricht: seriös, ohne Superlative, also  einnehmend. Es ist schwer, über sich selbst zu schreiben. Es wird  Distanz benötigt.</p>
<h3>Frei der Sache verpflichtet</h3>
<p><img class="alignright size-full wp-image-13169" title="Dialog Smuda" src="http://www.smuda-berlin.de/wp-content/uploads/2010/05/Dialog-Smuda.jpg" alt="Firmentexter aus Berlin" width="277" height="206" />Man muss sich von Hierarchien lösen können. Informationen dürfen  nicht Eitelkeiten von Personen geschuldet sein, sondern der Sache. Daher  ist es vernünftig, Pressemitteilungen, Reportagen oder Porträts extern  erstellen zu lassen.</p>
<p>Die wohlwollende Distanz wirkt allemal besser als  der öffentliche Ritterschlag, den ein Unternehmen sich gern selbst geben  will.</p>
<h3>Seriosität</h3>
<p>Für den Leser filtert der Journalist. Er erklärt, nennt Quellen und  bringt die wichtigsten Informationen in die rechte Form.</p>
<p>Das Beispiel  hier ist die Familie Widmer aus der Schweiz, die eine bahnbrechende  Technologie entwickelt hat. Neuem steht man skeptisch gegenüber. Neugier  genügt. Die Beschreibung eines technischen Verfahrens für Laien bringt  den Kontakt.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Exklusiver Textservice: für &#8220;google&#8221; und mehr</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 08:45:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Smuda</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kontinuierlicher Textservice zum Aufbau von Webseiten aus Berlin.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Content (Inhalt) spielt eine wichtige Rolle. Informative Texte spiegeln die eigene Kompetenz wider. Ein Thema hat viele Facetten. Die reichen von der aktuellen Meldung bis zur Hintergrundinformation.</p>
<h3>Kontinuität!</h3>
<p><img class="alignright size-full wp-image-13190" title="Textabo Smuda" src="http://www.smuda-berlin.de/wp-content/uploads/2010/04/Textabo-Smuda.jpg" alt="Textabo Smuda" width="275" height="207" />Niemand soll sich übernehmen. Daher kann die Aktualisierung regelmäßig erfolgen. Mit dem Verständnis des Redakteurs für Themen und Ereignisse liefere ich regelmäßig Inhalte, damit eine Webseite langsam wachsen kann.</p>
<h3>Aufbauen</h3>
<p>Viele Themen bauen auf einem anderen auf. Jeder Beitrag ist wie ein Stein, aus dem das Haus entsteht. Die Lieferung wird routiniert erfolgen. Daher sind die Preise variabel und bestimmt nicht hoch.</p>
<h3>Redaktionell denken</h3>
<p>Wichtig ist das Foto. Denn ein Bild sagt mehr als 1 000 Worte. Auch bei der Auswahl bin ich gern behilflich. Dies ist sicherlich ein langfristiges Projekt. Wir behalten die Suchmaschinen im Auge, um leicht gefunden zu werden.</p>
<p>5 Texte im Monat kosten: <strong>250,00 Euro</strong>. Das ist ein guter Preis für Exklusivität, die sich durch Klicks bezahlt macht. Sehr bald dürfte eine informative Webseite existieren.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Rezensent. Das Berliner Telefonbuch von 1941</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Apr 2010 06:51:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Smuda</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textprobe]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachgelesen. Bücher über Berlin. Das Berliner Telefonbuch von 1941.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignright size-full wp-image-1252" title="Jäckel Menschen in Berlin" src="http://www.smuda-berlin.de/wp-content/uploads/2009/04/telefonbuch1.jpg" alt="Jäckel Menschen in Berlin. Berliner Telefonbuch" width="212" height="316" />Berlin. &#8211; </strong> Längst sind da unzählige Telefonbuch-Einträge des zwei Jahre alten Hauptwerkes nicht mehr existent. Diese Ergänzung 1943 indessen ist spärlich. 1941 sind noch 315.000 Fernsprechteilnehmer in Berlin eingetragen.</p>
<p>Jeder dritte Haushalt hat ein Telefon. Doch die Telefon-Bücher werden in Berlin bis zur Kapitulation 1945 gerade nach Bomben-Angriffen und Deportationen zur Suche nach Freunden, Nachbarn und Verwandten hoffnungsvoll genutzt.</p>
<h3>Roman einer großen Stadt</h3>
<p>Das Telefonbuch von 1941 ist Teil des Romans einer großen Stadt. Hier stehen die Telefonnummern, Privat-Adressen und Titel der Angehörigen der Wehrmachts-Generalität und der -Admiralität schwarz auf weiß: im „Amtliche(n) Fernsprechbuch für den Bezirk der Reichspostdirektion Berlin 1941&#8243;.</p>
<p>Die Eichmanns, Goebbels, Bormans fehlen darin. So präsentieren sich hingegen Ministerialdirigenten, Staatssekretäre und Richter, &#8211; bekannte Künstler oder renommierte Schriftleiter mit ihren Berufsbezeichnungen sowieso.</p>
<p>Das Telefonbuch von 1941 sei noch immer in Antiquariaten zu finden, schreibt Hartmut Jäckel in seinem im Jahr 2000 zunächst in der Deutschen Verlags-Anstalt erschienenen Buch: „Menschen in Berlin. Schicksale bekannter und unbekannter Persönlichkeiten aus dem letzten Telefonbuch der alten Reichshauptstadt 1941&#8243;.</p>
<p>Der Jurist Hartmut Jäckel war ab 1969 Professor für Politische Wissenschaften an der Freien Universität Berlin, von 1977 bis 1981 Staatssekretär an der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft und Forschung.</p>
<h3>Entrée ins Gedächtnis</h3>
<p>Die Telefonbuch-Einträge werden als Entrée ins Gedächtnis genutzt. So erinnert der Autor an die Comedian Harmonists in der Friedenauer Stubenrauchstraße. Exkurs: Just in der Nähe befindet sich heute das Grab von Marlene Dietrich, die 1939 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft annahm und 1936 das Angebot Goebbels zur Rückkehr nach Deutschland abgelehnt hat.</p>
<p>1941 wohnt zum Beispiel Lale Andersen in der Cicerostraße 49, etwa zehn Minuten zu Fuß vom jetzigen Adenauer Platz und Kurfürstendamm entfernt. Die „Lili Marleen&#8221;, nach einem 1915 von Hans Leip geschriebenen Text 1938 mit Lale Andersen neu vertont, findet erst Beachtung, als Hitler halb Europa mit dem Krieg überzogen hat. Nur 700 Schallplatten sind bis 1941 von dieser Aufnahme verkauft.</p>
<h3>Lale Andersen</h3>
<p>Propagandaminister Goebbels lässt Andersen 1942 wissen: Sie darf nicht mehr künstlerisch tätig sein. Gegen die gebürtige Liese-Lotte Helene Berta Bunnenberg aus Bremerhaven-Lehe wird eine Pass- und Ausreise-Sperre verhängt. Ihr Umgang mit jüdischen Künstlern sei besonders würdelos. Frau Andersen unternimmt einen Selbstmordversuch &#8211; während der deutsche Soldatensender Belgrad „Lili Marleen&#8221; seit 1941 täglich kurz vor 10 Uhr am Abend spielt. Dabei ruhen die Waffen. Empfangen wird das Programm von Narvik, nördlich des Polarkreises, bis Nordafrika.</p>
<p>Es hat sechs Millionen Hörer auf beiden Seiten der Fronten.</p>
<p>Tatsächlich ist der Plattenbestand beim Sender in Belgrad mit zunächst 60 Scheiben recht klein. Auch deshalb wird „Lili Marleen&#8221; groß.</p>
<h3>Ihrer beider Schatten</h3>
<p>Goebbels lenkt 1943 ein, obwohl das Lied von &#8220;Lili Marleen&#8221; wegen des &#8220;depressiven Textes&#8221; und seiner &#8220;wehrkraftzersetzenden Wirkung&#8221; vorübergehend verboten wurde. Lale Andersen darf wieder auftreten, auf keinen Fall „Lili Marlen&#8221; singen, schon gar nicht vor Soldaten. Dabei weiß jeder, dass Lale die Lili ist (oder die Marleen, denn Hans Leip hatte zwei Frauen geliebt, bevor er 1915 zur russischen Front fuhr): „Ihrer beiden Schatten sah´n wie einer aus &#8230;!&#8221;</p>
<p>Die Sprache des Buches von Hartmut Jäckel ist einprägsam. Alle Kapitel sind durchaus detailreich, doch leider nur so lang, um sie vor einer Haustür zu lesen.</p>
<p>Das sind ein Gewinn und ein Verlust zugleich.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Autor NDR 4. Oregon: Der Welt größter Buchladen</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Apr 2010 05:11:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Smuda</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textprobe]]></category>

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		<description><![CDATA[Powell´s Books in Portland (Oregon): Hier können gelesene Bücher gegen neue getauscht werden. Powell´s Books macht dennoch ein gutes Geschäft.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="size-medium wp-image-5570 alignright" title="Powell" src="http://www.smuda-berlin.de/wp-content/uploads/2009/03/Powell1-300x165.jpg" alt="Powell" width="180" height="99" />Portland/ Hamburg. -</strong> Die größte Buchhandlung der USA ist das Kaufhaus allemal &#8211; mit einer Million gebrauchter Bücher.</p>
<p style="text-align: justify;">Steven Fidel sagt für Powell´s, dass das Unternehmen vor allem aus sozialer Verantwortung &#8220;used books&#8221; ankaufe, damit sich die Kunden mit neuen Werken versorgen könnten. &#8220;Wir haben drei Etagen und einige andere Flächen, über 2.000 Abteilungen und Unterabteilungen für Bücher. Also haben wir fast alles.&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;">Die Gegend um Powell´s in Portlands Stadtteil Beverton ist trist und dennoch die teuerste Wohngegend Portlands.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein paar Schwulenlokale gibt es dort, einige Pizzerien. Allerdings: damit sich das Powell´s Books mit seinen Waschbetonwänden und seinen ewig langen Regalreihen nicht ganz in dem äußerlich grau-ockerfarbenen Charme der Gegend widerspiegelt, verfiel der Laden auf das Tuschkastenprinzip.</p>
<p style="text-align: justify;">Stevel Fidel: &#8220;Wir haben den perlenfarbenen Raum, den Orangen-Raum, den Rot-, den Blau-, den Rosen-, den Grün-Raum. Wissen Sie, die Farben stehen für verschiedene Arten von Büchern. Der Lila-Raum steht für Wissenschaft, besonders für die Sozialwissenschaften.&#8221;</p>
<h2 style="text-align: justify;">Eines der ersten Klappbücher der Welt</h2>
<p style="text-align: justify;">Powell´s kauft täglich 4.000 Bücher ein. 15- bis 16-Tausend Menschen strömen förmlich in das Haus &#8211; an 365 Tagen im Jahr. So lässt sich sogar ein gutes Geschäft machen, sagt Manager Steven Fidel. Jeder Kunde bekommt 60 Prozent des Betrages, für den sein gebrauchtes Buch verkauft werden kann.</p>
<p style="text-align: justify;">Steven Fidel: &#8220;Wir haben ein wunderbares Buch. Denn es ist eine wahre Pracht. Es ist wahrscheinlich das erste Buch mit aufklappbaren Darstellungen der Organe und des Körpers.</p>
<p style="text-align: justify;">Das ist ein phantastisches Buch. Ja, es ist sehr teuer. Lassen Sie mich mal nach dem Preis sehen. Keine Erstausgabe. Dieses Buch hier wurde gedruckt 1664 und kostet 6.000 Dollar. Aber das ist ein sehr gutes Geschäft. Und hier können Sie einmal sehen, wie sich die Darstellung der Organe und des Körpers aufklappen lassen. Also, das ist 400 Jahre alt. Und ich sage, das ist wohl eines der ersten Klappbücher der Welt.&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;">Das Angebot reicht tatsächlich von Keller bis Goethe, von Grass bis Kafka. Sollte jemand auf die Idee kommen, Hitlers &#8220;Mein Kampf&#8221; kaufen oder verkaufen zu wollen, was in Amerika möglich ist, dann wird Powell´s die Einnahmen sofort karitativen Zwecken zur Verfügung stellen.</p>
<p style="text-align: justify;">Powell´s blieb bisher verschont.</p>
<p style="text-align: justify;">Karl-Heinz Smuda, Portland</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Autor. WDR2 und NATO-General Viereck</title>
		<link>http://www.smuda-berlin.de/texte/general-viereck/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Mar 2010 05:28:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Smuda</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textprobe]]></category>
		<category><![CDATA[Texter]]></category>

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		<description><![CDATA[NATO-General Karlheinz Viereck in der WDR-Sendung "MonTalk" zum Beispiel über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4482" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-4482" title="Karlheinz_Viereck" src="http://www.smuda-berlin.de/wp-content/uploads/2009/06/karlheinz_viereck5-300x200.jpg" alt="Karlheinz_Viereck" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">General Viereck</p></div>
<p><strong><span style="color: #000000;">Köln. &#8211; </span></strong><span style="color: #000000;">WDR 2, &#8220;Montalk&#8221;: Dort sind zwei Stunden intensives Gespräch mit Prominenten aus dem Showgeschäft, aus Sport, Politik oder Kultur und mit Überraschungsgästen spannend und entspannend. </span><span style="color: #000000;">Am Montag (8. Oktober 2008) stand Generalleutnant Karlheinz Viereck im Mittelpunkt der Sendung aus dem WDR-Funkhaus am Kölner Wallrafplatz.<br />
</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„Zwei Kinder, zwei Enkel &#8211; das sind klasse Typen!&#8221; Die Sendung beginnt mit einem herzlichen Lachen der Moderatorin.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Sicherheit<br />
</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Es folgt die erste Wunschmusik, die General Viereck Wochen vorher daheim in Ostfriesland ausgesucht hat: „Scissor Sisters! Zack! Zack!&#8221;, kommentiert Moderatorin Gisela Steinhauer. Sie fragt, was das Einsatzführungskommando in Potsdam mache. Hunderttausende hören zu. Das Einsatzführungskommando plane alle Auslandseinsätze der Bundeswehr und führe die Soldaten unterhalb der Ebene des Generalinspekteurs: „Man braucht die Bundeswehr für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland, &#8211; für die Sicherheit im Ausland sind wir zuständig!&#8221;</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Bundeswehr in Spanien?<br />
</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">In einer Umfrage, die eingespielt wird, wissen wenige Befragte, wo die Bundeswehr heute vertreten sei. Ein Kölner mutmaßt da fälschlicherweise: „in Spanien?&#8221;. Der General wundert sich, dass der Balkan in der Umfrage „nicht auf der Agenda&#8221; steht. Der Balkan-Einsatz sei ein großer Erfolg für die Europäische Union. Man könne sich dort „bald herausziehen&#8221;, weil der Auftrag erfüllt worden sei. Umfragen dieser Art sind nicht repräsentativ. Das weiß Karlheinz Viereck.<br />
</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Afghanistan: Sicherheit macht Aufbau möglich</span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><img class="size-medium wp-image-4502 alignright" title="Karlheinz_Viereck" src="http://www.smuda-berlin.de/wp-content/uploads/2009/06/karlheinz_viereck4-200x300.jpg" alt="Karlheinz_Viereck" width="200" height="300" />Indessen helfen seit sieben Jahren deutsche Soldaten beim Aufbau des Landes und bei der Herstellung von Sicherheit in Afghanistan. Hinzu kommt die Unterstützung der afghanischen Regierung. „Wenn sich die Bevölkerung sicher fühlt, ist der Aufbau des Landes möglich.&#8221; Daran müsse man selbst arbeiten, obwohl Viereck in der Bundeswehr gelernt hat, das Primat der Politik zu respektieren.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Erfolg durch Projekte<br />
</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Die Erfolge Deutschlands in Afghanistan spiegelten sich in vielen Projekten, die die Bundeswehr in Afghanistan initiiere und begleite. Der General habe großes Verständnis für die Angst vieler Soldaten vor Ort: „Wenn die Soldaten keine Angst haben, dann stimmt etwas nicht bei der eigenen Vor- und Umsicht!&#8221;</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Angst muss sein<br />
</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Ihm selber gehe das nicht anders am Hindukusch. Die Furcht sei die  ständige Begleiterin. Die Soldaten würden ihren Auftrag kennen, müssten entschlossen sein und dürften nicht zögern: „Es ist deshalb wichtig, tiptop aufeinander eingespielt zu sein!&#8221; Die Bundeswehr wisse, dass die Einsätze psychisch stark belasteten: „Psychologen und sogenannte Peers helfen vor Ort.&#8221;</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Der letzte Flug</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Zu den Überraschungsgästen gehört Thomas Schneider. Schneider, geboren 1966, war Waffensystemoffizier, also „Backseater&#8221;, bei dem damaligen Jet-Piloten Viereck. Mit Thomas Schneider hat der heutige  Drei-Sterne-General 1996 seinen letzten Flug in einer „Tornado&#8221; absolviert. Das sei im bayerischen Memmingen ein „sehr sentimentaler Moment&#8221; gewesen. Immerhin hatte Karlheinz Viereck 2.500 Flugstunden absolviert, etwa 100 Flugstunden davon mit dem heutigen Oberstleutnant Thomas Schneider.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Architekt statt General<br />
</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Nach dem Flug gab es Sekt, Reden und die Einsicht, dass der Fliegerei nun wohl ein Ende gesetzt ist: &#8220;Momente, die man nicht vergisst!&#8221; Fliegerei sei Leidenschaft gewesen. Das habe Karlheinz Viereck schon gemerkt, als er sich für die Schulfächer „Mathe und Sport&#8221; begeisterte. Womöglich wäre er Lehrer geworden, vielleicht Architekt als Sohn des Ingenieurs, mit dem er heute gemeinsam in der Nähe von Aurich in den wenigen freien Stunden den Garten in Ordnung bringt. Musik wie die von den &#8220;</span><span style="color: #000000;">Scissor  Sisters&#8221; </span><span style="color: #000000;">laufe immer mit.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Freunde fürs Leben</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Besondere Freude löst Überraschungsgast „Jo&#8221; Scherer aus, Jochen Scherer. Unvermittelt steht er im WDR 2-Studio. Beide haben sich 1974 in Leck, in Ostfriesland, kennengelernt. Viereck nennt Scherer seinen „Flugbuddy&#8221;. Die beiden Piloten seien Freunde fürs Leben geworden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Befragt nach einer „Friseurfrequenz&#8221;, über die sich beide Piloten vor mehr als 30 Jahren hoch über der Nordsee verständigten: Es habe eine Frequenz gegeben habe, über die sich beide Jetpiloten privat unterhalten konnten &#8211; bis sie erwischt und zur Ordnung gerufen wurden. Das Motto der Freunde Viereck und Scherer: „Gut leben, Freude am Leben, fliegen!&#8221;, plaudert der pensionierte Oberstleutnant Scherer, der im niederrheinischen Kalkar lebt. Doch Viereck wollte in der Bundeswehr früh nicht nur Pilot sein, sondern Hintergründe erkunden und Verfahrensfragen beeinflussen.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Kommunikation in 5 Sprachen<br />
</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Während der Generalstabsausbildung habe der jetzige Befehlshaber des Einsatzführungskommandos in Geltow bei Potsdam gut lernen können. Inzwischen spreche er fünf Sprachen. Das müsse so sein, weil er Sprachkenntnisse verlange, wenn Soldaten Kontakte mit den Menschen auf den Straßen der Welt oder mit anderen ausländischen Soldaten nicht nur in Führungspositionen pflegen.</span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Viereck fordert kulturelle Kompetenz<br />
</span></h3>
<p><span style="color: #000000;">Die kulturelle Bildung für das Einsatzland sei wichtig. Man habe die Bevölkerung und deren Kultur zu verstehen: „Dann erst können die Menschen sagen, der Soldat bewegt sich in meiner Kultur!&#8221; Vertrauen schaffe Sicherheit, Vertrauen verhelfe zum Erfolg. In sechs von neun afghanischen Provinzen könne man auch deshalb sehen, dass sie nunmehr „mohnfrei&#8221; seien. Die Bevölkerung erkenne, es gäbe andere Möglichkeiten zum Überleben als den Drogenanbau und den Drogenhandel.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Rechtehinweis:</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Beitrag für das Einsatzführungskommando der Bundeswehr, in Geltow bei Potsdam. Fotos hier: Sie sind auf dieser Webseite mit freundlicher Genehmigung des Westdeutschen Rundfunks Köln veröffentlicht.<br />
</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Hinweis:</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Generalleutnant Karlheinz Viereck</strong> ist seit dem 1. Mai 2009 stellvertretender Stabschef (<em>Deputy Chief of  Staff</em>) beim <em>Allied Command Transformation</em> der NATO in Norfolk, Virginia. Er wurde am 9. März 1951 in Kassel geboren. Besonders engagiert er sich innerhalb der NATO für &#8220;Gender Mainstreaming&#8221;. Gender Mainstreaming bedeutet, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die  unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und  Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen, weil es, so hat es auch die deutsche Bundesregierung definiert, keine  &#8220;geschlechtsneutrale Wirklichkeit&#8221; (Zitat) gibt. </span></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Autor DLF. Bundestag: Porträt des Petitionsausschusses</title>
		<link>http://www.smuda-berlin.de/texte/der-petitionsausschuss-des-deutschen-bundestages/</link>
		<comments>http://www.smuda-berlin.de/texte/der-petitionsausschuss-des-deutschen-bundestages/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 07:40:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Smuda</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textprobe]]></category>

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		<description><![CDATA[Bürger können auf die Politik Einfluss nehmen. Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages hat deshalb schon Gesetze ändern lassen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="size-thumbnail wp-image-4008 alignright" title="Deutscher Bundestag" src="http://www.smuda-berlin.de/wp-content/uploads/2009/03/reichstag-pet-150x150.jpg" alt="Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages" width="117" height="117" />Berlin./ Bonn. -</strong> Eine &#8220;Junggesellin&#8221; hatte vom Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages dringend gefordert, sofort in den verqualmten Gasthäusern der jungen Republik Raucher- und Nicht-Raucher-Zonen einzurichten.</p>
<p>Das war im Jahr 1952, in einer Zeit, als selbst durch Busse und Bahnen dicke Rauchschwaden ziehen durften.Das Protokoll des Deutschen Bundestages in Bonn vermerkte Heiterkeit bei den Abgeordneten und deren Hört-Hört-Rufe.</p>
<p>Darauf muss man erst einmal kommen, auf die Trennung von Rauchern und Nichtrauchern, hieß es. Absurd sei das, dachte und sagte man. Im mündlichen Bericht des Petitionsausschusses vor dem Plenum wurde die Frau nach den Querulanten und Dauer-Petenten folglich in die Gruppe jener Bürger eingereiht, die sich wörtlich „mit etwas merkwürdigen Wünschen&#8221; an ihre Volksvertreter gewandt hatten. Heute wäre das undenkbar.</p>
<p>„Manche sind wohl wirklich ihrer Zeit voraus. Wenn Sie heute &#8211; ich weiß nicht, ob diese Dame noch lebt, aber wenn sie den Alltag erkennen würde, dann würde sie sagen, da habe ich eine gute Idee gehabt. Nur: sie war zu früh. Und deshalb ist es eine der Herausforderungen für Abgeordnete, die Petitions-Arbeit machen, auch zu gucken: gibt es da einen wahren Kern? Ist da was dran, wo man sagen kann: vielleicht können wir das jetzt noch nicht verwirklichen, aber im Grunde genommen die Tendenz, der Impuls, ist schon in Ordnung. Das bringt manchmal zwiespältige Gefühle für einen Abgeordneten, weil er vielleicht im Ergebnis etwas ablehnen muss, obwohl ein Teilaspekt vielleicht eine wirklich interessante Anregung ist. Das kommt schon vor.&#8221;</p>
<p>Aber selten! Der aktuelle Bericht des Petitionsausschusses dokumentiert, dass jedem zweiten Petenten, also dem Bürger, der sich an den Deutschen Bundestag gewandt hatte, geholfen werden konnte. Im Jahre 2003 sind insgesamt 15.534 Eingaben nach Berlin geschickt worden.</p>
<p>Die öffentliche Anerkennung hält sich in Grenzen, auch für Gabriele Lösekrug-Möller. Sie ist Mitglied des größten Bundestagsausschusses. 25 Mitglieder gehören zu dem Gremium. Als Obfrau führt sie dort die Gruppe der elf Sozialdemokraten an. Jeden Mittwoch um acht Uhr treffen sich alle Mitglieder in Berlin im Paul-Löbe-Haus, gegenüber vom Bundeskanzleramt.</p>
<p>Der Zutritt zur Konferenz bleibt der Öffentlichkeit versagt. Kein Problem eines Bürgers soll Teil eines öffentlichen Spektakels werden. Die Abgeordneten wollen Rücksicht nehmen und sich andererseits auch nicht durch heran gekarrtes Publikum vor Ort unter zusätzlichen Druck setzen lassen, sagt SPD-Obfrau Gabriele Lösekrug-Möller.</p>
<div id="attachment_337" class="wp-caption alignright" style="width: 93px"><img class="size-medium wp-image-337 " title="Loesekrug-Moeller" src="http://www.smuda-berlin.de/wp-content/uploads/2009/03/losekrug-moller-214x300.jpg" alt="Gabriele Loesekrug-Moeller" width="83" height="116" /><p class="wp-caption-text">Gabriele Loesekrug-Moeller</p></div>
<p>„Es gibt aber noch Wahrheit dazwischen, und die hat damit zu tun, dass wir im Petitionsausschuss eigentlich über die Fraktionen hinweg sehr lösungsorientiert arbeiten. Das klappt gut auf einer Ebene, die nicht unbedingt gleich öffentlich ist. Wir kriegen manchmal Lösungen in Fällen hin, wo &#8211; da würde ich Wetten abschließen &#8211; wir den Fall öffentlich machen würden, auch viele Stellen auch nicht so bereit wären zu individuellen Kompromissen, wie wir sie manchmal erzielen können. Da ist auch Diplomatie dabei, und die verträgt sich nicht immer mit dem prallen Sonnenschein. Also das muss man gut abwägen. Ich denke, wir haben nichts zu verbergen. Darum geht es gar nicht. Wir respektieren aber die persönliche Sphäre von Petenten. Und da, wo ich denke, dass das Anliegen sind von besonderem öffentlichen Interesse, gibt es überhaupt keine Probleme, das öffentlich zu machen. Aber diesen Raum dazwischen möchte ich gerne bewahren.&#8221;</p>
<p>Ob das auch im Fall Specht notwendig war? Berichten über seinen betagten Mandanten und dessen Problem möchte hingegen der Berliner Rechtsanwalt Andreas Giese.</p>
<p>„Das Bundesamt für die Regelung offener Vermögensfragen soll jetzt den früheren ablehnenden Bescheid zu Lasten von Herrn Specht aufheben und die Rückübertragung aussprechen, soweit es nach dem Gesetz geht!&#8221;</p>
<p>Andreas Giese vertritt einen Petenten, den 85 jährigen Eberhard Specht. Des alten Mannes Geschichte ist bewegend. Die Mutter galt nach den unseligen Nürnberger Rassegesetzen der Nationalsozialisten als Volljüdin. Die Kinder wurden als Halbjuden bezeichnet. Die Spechts hatten ein Gut in Dolgenbrodt, 300 Hektar &#8211; fast so groß wie 600 Fußballfelder. 65 Kilometer von Berlin entfernt. Heute leben in dem Ort 350 Einwohner. In den Akten, die im Deutschen Bundestag gelegen haben, wird von Spechts Internierung 1944 nach Buchenwald gesprochen und von Zwangsarbeit dort, im Steinbruch.</p>
<p>Beschrieben wird der Fortgang nach Brasilien, erläutert werden die Rückübertragungsansprüche eines Mannes, der bis vor einiger Zeit in Südamerika von der überwiesenen Sozialhilfe aus Deutschland leben musste.</p>
<p>„Es geht hier um ein früheres Gut, das zurück übertragen werden soll. Teile davon. Das Gut existiert ja nicht mehr als Wirtschaftsgut. Die Entziehung des Gutes war schon 1945 zur Nazizeit, und später im Rahmen der Bodenreform wurde es noch mal entzogen, so dass so eine Gemengelage vorliegt. Durch die Wiedervereinigung wurde die Bodenreform, die große Bodenreform, und Grundstücke aus der Rückübertragung raus genommen. Nein, er hat doch noch einen Anspruch. Wenn man vorher geschädigt war zur Nazizeit, dann gilt man auch als berechtigt. Und da ist immer noch die Beweisfrage das A und O.&#8221;</p>
<p>Der Petitionsausschuss hat Rechtsanwalt Giese zu einem Vergleich mit dem Bund verholfen. Der Bundesrepublik Deutschland gehören einige Grundstücke aus dem früheren Vermögen der Spechts in Dolgenbrodt. Eberhard Specht erhält einen Teil dieses Landes zurück.</p>
<p><img class="size-medium wp-image-158 alignright" title="Petitionsausschuss" src="http://www.smuda-berlin.de/wp-content/uploads/2009/03/tage-der-ein-und-ausblicke-1492008-084-1024x768-300x203.jpg" alt="Moderation im Deutschen Bundestag" width="170" height="115" />Obwohl Grieses 85 jähriger Mandant die überlassenen Felder und Wiesen schwerlich zu Geld machen kann, wurde dem alten Mann im vergangenen Jahr nach dem Vergleich seines Anwaltes mit dem Bund die Sozialhilfe gestrichen. Wovon soll er jetzt in Brasilien leben?</p>
<p>Die Gemeinde Dolgenbrodt tut sich ebenfalls schwer, Spechts Ansprüche anzuerkennen. Sie hat einige der Grundstücke für wenig Geld gleich nach der Wende verkauft. Der Kampf um das verlorene Land geht also weiter &#8211; und man fragt sich warum.</p>
<p>&#8220;Also als er das vor 14 Jahren beantragte, war er auch noch jünger. Da hat er natürlich gedacht: eine gewisse Rehabilitation, Genugtuung, weil sein Vater, seine Mutter seinerzeit umgekommen sind. Und auch einen finanziellen Ausgleich, weil es ihm auch sehr schlecht ging finanziell.&#8221;</p>
<p>Viele andere Petitionen sind ähnlich komplex. 15 534 Eingaben bedeuten harte Arbeit für den Bundestagsausschuss. Deshalb beschäftigt er 70 Mitarbeiter. Die meisten von ihnen sind hochkarätige Juristen, die sich jedes einzelnen Bürgerproblems mit trainiertem Sachverstand annehmen.</p>
<p>Vorausgesetzt: auf der Petition, also einem Brief mit der Beschreibung des Problems, befindet sich der Name des Absenders, seine Adresse und seine Unterschrift. Das reicht, um den Apparat in Bewegung zu setzen.</p>
<p>Das wird jetzt wohl schneller gehen. Per eMail soll sich jeder an den Petitionsausschuss wenden können, wenngleich Kritiker fürchten, dass die Mitglieder wegen der großen Menge an eMails nicht mehr arbeitsfähig sein könnten, was SPD-Obfrau Lösekrug-Möller zurückweist.</p>
<p>„Ich persönlich verstehe das überhaupt nicht, weil ich denke, das ist überfällig. Absolut überfällig. Junge Leute sind das gewohnt, heute mit eMails zu kommunizieren, und wir würden, wie ich finde, eine wichtige Personengruppe, die wir ja auch politisch interessieren wollen, gerade vor den Türen lassen. Das kann eigentlich nicht sein. Zweifler gibt es bei jeder Änderung, bei allem, was wir modernisieren, ruft auch die auf den Plan, die sagen, das geht sowieso nicht und warum unbedingt jetzt? Das ist wieder mehr Arbeit. Das sind also die klassischen Vorurteile, und dann denke ich immer, wenn die nicht spezieller werden, dann sind sie richtig, um sie zu ignorieren.&#8221;</p>
<p>Der Petitionsausschuss will sich modernisieren. Es gilt weiterhin: jeder wird gehört &#8211; Greis oder Kind, Deutscher oder Ausländer.</p>
<p>&#8220;Wir wollen das an zwei Stellen tun. eMails als Petition zulassen. Die muss da natürlich den kompletten Namen und die Anschrift enthalten, und wir wollen ja auch wissen, mit wem wir es zu tun haben. Das ist das eine. Das andere ist, dass wir sagen: wenn Menschen mehr als 50.000 sich zusammentun in einer Angelegenheit und sagen: und wir wollen, dass sich die Politik damit befasst, hier die Ebene des Bundestages, dann müssen wir das ernst nehmen.&#8221;</p>
<p>Damit könnten nach erfolgreichen Unterschriftensammlungen, den so genannten Massenpetitionen, von den Bürgern Anhörungen im Deutschen Bundestag erzwungen werden. Bei all dem gilt das Allgemeine Landrecht für die Preussischen Staaten von 1794.</p>
<p>&#8220;Einem jedem steht frei, seine Zweifel, Einwendungen und Bedenklichkeiten gegen Gesetz und andere Anordnungen im Staate so wie überhaupt seine Bemerkungen und Vorschläge über Mängel und Verbesserungen sowohl dem Oberhaupt des Staates als dem Vorgesetzten des Departements anzuzeigen, und letztere sind dergleichen Anzeige mit erforderlicher Aufmerksamkeit zu prüfen verpflichtet.&#8221;</p>
<p>Und weiter heißt es dann:</p>
<p>&#8220;Alle obrigkeitlichen Personen sind schuldig, einen jeden, welcher sich in Angelegenheiten ihres Amtes bei ihnen meldet, persönlich zu hören und auf schleunige Untersuchung und Abhelfung gegründeter Beschwerden bedacht sein.&#8221;</p>
<p>Das klingt etwas umständlich, bedeutet aber das generelle Eingabe- und Beschwerderecht und die Pflicht der Obrigkeit, solchen Eingaben und Beschwerden nachzugehen. Als Grundrecht, dem Parlament und Exekutive genüge zu tun, erschien es erstmals in der Paulskirchen-Verfassung von 1849 und dann in der Weimarer Verfassung von 1919. Auf Dauer ist es aber erst durch den Artikel 17 des Grundgesetzes in der Verfassungswirklichkeit verankert worden.</p>
<p>1975 wurde der Petitionsausschuss als Institution in die Reihe der Bundestagsausschüsse erhoben, die von verfassungswegen bestehen müssen. Damit verbunden war mehr als protzige Ehrerbietung gegenüber einem Mittler zwischen Volk und Staat. Der Ausschuss erhielt das Recht auf Auskunft und Aktenvorlage. Wenn er will, kann er den Zutritt zu jeder Behörde erzwingen, egal, ob das das</p>
<p>Bundeskanzleramt oder die Bundesanstalt für das Straßenwesen in Bergisch-Gladbach ist.</p>
<p>Ganz zu schweigen davon, dass der Petitionsausschuss Petenten, Zeugen und Sachverständige vorladen und anhören kann. Alle Verwaltungsbehörden und Gerichte sind dabei zur Amtshilfe verpflichtet.</p>
<p>Die Zeit des Aufbruches zu neuen Möglichkeiten hat vor allem die SPD-Bundestagsabgeordnete Liselotte Berger geprägt. Sie stand 15 Jahre lang an der Spitze des Ausschusses.</p>
<p>„Wir können an die unterste Behörde gehen. Wir können Arbeitsämter anrufen, und in dem Augenblick, in dem der Ausschuss das Recht hat, dass man ihm auch telefonisch eine Auskunft nicht verweigern kann, erhöht sich also die Wirksamkeit der Maßnahmen.&#8221;</p>
<p>Das Parlament hatte in den 70ern offenbar schnell gelernt, sich im Interesse seiner Wählerinnen und Wähler von Institution zu Institution bewegen zu wollen.</p>
<p>Dabei wollte es auf den langen Marsch durch die Institutionen verzichten.</p>
<p>„In früheren Zeiten wäre der Beamte oder der Angestellt einer Dienststelle berechtigt gewesen, eine Auskunft zu verweigern und auf den Dienstweg über Arbeitsministerium, Bundesanstalt für Arbeit, Landesarbeitsamt, örtliches Arbeitsamt zu verweisen und den ganzen Dienstweg natürlich zurück.&#8221;</p>
<p>Liselotte Berger. &#8211; Übrigens hatte der Petitionsausschuss bisher sechs Frauen an der Spitze und nur zwei Männer.</p>
<p>In einer Denkschrift zum 50. Geburtstag des Petitionsausschusses im Jahre 1999 stellte deshalb Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, SPD, einige Fragen.</p>
<p>„Sind Frauen lebensnäher und stärker an den konkreten Sorgen ihrer Mitmenschen interessiert? Sind sie geeigneter und gewillter, anderen auf die Finger zu schauen? Oder spiegelte sich zumindest in den ersten Jahrzehnten des Bundestages darin insgeheim eine männliche Einschätzung, der Petitionsausschuss sei weniger wichtig, den könne man getrost einer Frau überlassen, wider?&#8221;</p>
<p>Fest steht, dass die Arbeit im Petitionsausschuss bei vielen Abgeordneten als nicht sehr attraktiv gilt. Zum Jahresende hat die CDU wiederum zwei Abgeordnete ausgetauscht. Dabei sind die Gestaltungsmöglichkeiten nahezu unbegrenzt. Viele Gesetze werden auf Initiative des Gremiums novelliert, weil sie in der Praxis Mängel gezeigt haben.</p>
<p>Auch vor Überraschungen sei man nicht gefreit, meint der Vorsitzende Karlheinz Guttmacher von der FDP.</p>
<p>„Wir bekamen eine Bittschrift einer Petentin, die darauf hinwies, dass ihr Taschengeld zu dünn ist. Sie forderte uns auf, ihr zu helfen, dass ihr Taschengeld, das ihr Mann ihr gab, aufgebessert wird. Im ersten Augenblick glaubte ich auch, ich werde als Petitionsausschuss-Vorsitzender  aufgeladen. Aber dem ist überhaupt nicht so, sondern die Frau hat Recht. Es gibt im BGB den Taschengeld-Paragaphen. Der ist seit langer Zeit nicht novelliert worden. So habe ich diese Petition an das entsprechende Bundesjustizministerium weitergereicht mit der Bitte, doch darauf zu achten, ob das Taschengeld, das dort angesetzt ist sowohl für Kinder als auch für Erwachsene, in unserer Zeit noch richtig bemessen ist, oder ob man das nicht ändern müsste.&#8221;</p>
<p>Per Gesetz bekommt die Frau ein höheres Taschengeld. Der Bundestag hat das Gesetz novelliert. Formal sieht das bei den Hartz-Gesetzen nicht anders aus. Aus dem Bundesland Thüringen liegt dem Petitionsausschuss eine sogenannte Massen-Petition mit 47.000 Unterschriften vor. Der Ausschuss wird zu Stellungnahmen aus dem Arbeitsministerium einholen.</p>
<p>Kommt der Petitionsausschuss zu der Ansicht, dass die so genannten Hartz-Gesetze geändert, also novelliert werden sollten, erhalten der Bundesarbeitsminister und die Fraktionen des Deutschen Bundestages eine Empfehlung. Das Verfahren ist für den Petitionsausschuss damit einstweilen abgeschlossen.</p>
<p>„Ob die Bundesregierung das durchführt, liegt bei der Bundesregierung selber. Da entsteht mitunter eine unterschiedliche Auffassung vom Petitionsausschuss, aber auch den jeweiligen Ministerien, wenn sie sagen, wir haben ein Gesetzgebungsverfahren wie bei den ganzen Hartz-Gesetzen jetzt auf den Weg gebracht. Es ist an der Zeit, zunächst zwei Jahre zu warten, wie sich das Gesetzgebungs-Verfahren gegenüber allen Betroffenen gut anzeigt, und ob es tatsächlich zu einem wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland führt. Und dann haben wir als Petitionsausschuss nicht das Recht zu sagen: nein, Ihr müsst das innerhalb einer bestimmten Frist dieses Gesetz jetzt sofort novellieren. Das haben wir nicht.&#8221;</p>
<p>Seit 1949 sind 570.000 Einzelpetitionen beim Deutschen Bundestag engegangen. Die Zahl der Massenpetitionen, also der Unterschriftensammlungen zu einem Thema Umweltschutz oder NATO-Doppelbeschluss liegt bei 4,1 Millionen in knapp 56 Jahren.</p>
<p>Täglich erreichen den Deutschen Bundestag etwa 60 Eingaben. Zwei Drittel sind Beschwerden, zum Beispiel wegen der Berechnungsformel des neuen Arbeitslosengeldes II. Das andere Drittel der Zuschriften sind Bitten wie um das höhere Taschengeld oder um parlamentarische Unterstützung im Kampf gegen den Amtsschimmel.</p>
<p>Sie seien eben „eingabegeübter&#8221;, glaubt Bundestagspräsident Wolfgang Thierse über die Ostdeutschen, weil 40 Prozent aller Eingaben aus den fünf neuen Bundesländern stammen.</p>
<p>Günther Baumann, Christdemokrat und ostdeutsches Mitglied im Petitionsausschuss, mag hingegen von einer besonderen Beschwerdekultur nichts wissen. Der CDU-Abgeordnete sieht allerdings spezifische Probleme in den neuen Länder, deren Ursache in der DDR-Vergangenheit oder im Vereinigungs-Prozess liegen würden.</p>
<p>„Wir haben das Thema nach wie vor offen: Rehabilitierung von SED-Opfern, von Stasiopfern!&#8221;</p>
<p>Günther Baumann von der CDU will beobachtet haben, dass die Stasi-Opfer zwar Entschädigungen für ihre Haftzeiten erhalten haben. Nirgendwo sei aber berücksichtigt worden, dass manche ihr Berufsleben lang benachteiligt waren. Jetzt erhielten diese Opfer eine niedrigere Rente als diejenigen, die das System „DDR&#8221; getragen haben.</p>
<p>Brandenburg ist nicht nur aus diesem Grunde das Land mit den meisten Petenten. Hier wie in anderen ostdeutschen Ländern geht es um das DDR-Rentenrecht, um Grundstücksgeschäfte während der Modrow-Regierung und um Treuhand-Betrugsfälle.</p>
<p>Sechseinhalb Mal öfter als in Baden-Württemberg oder Bayern wird im größten ostdeutschen Flächenland zu Papier und Umschlag für den Bundestag in Berlin gegriffen.</p>
<p>Der Anteil der Männer liegt bei 60 Prozent, der der Frauen bei 28. Die restlichen 12 Prozent der Beschwerden und Bitten stammen von Verbänden und Organisationen. Es gibt viel zu tun.</p>
<p>Nicht nur im Osten Deutschlands! &#8211; Doch glaubt der FDP-Bundestagsabgeordnete Volker Wissing, dass die Bundesregierung dem Petitionsausschuss Konkurrenz macht.</p>
<p>„Die Bundesregierung neigt immer mehr dazu, ohne Not selber Bürgerbeauftragte einzurichten. Wozu braucht wir eigentlich eine Patientenbeauftragte, wenn wir diesen Petitionsausschuss haben? Was kann Frau Kuhn-Mengel, was der Petitionsausschuss nicht kann? Dadurch wird das Näheverhältnis von Parlament und Petenten gestört. Für die Bürgerinnen und Bürger entsteht der nicht-positive Eindruck, dass sich die Abgeordneten nicht mehr unmittelbar um ihre Anliegen kümmern.&#8221;</p>
<p>SPD-Obfrau Gabriele Löskrug-Müller will sich von solchen Fragen nicht beirren lassen.</p>
<p>„Wir haben diese Debatte wirklich viele Jahre lang, die darum geht, was ist eigentlich besser? Ist der Bürgerbeauftragte oder die Bürgerbeauftragte das bessere Instrument, um das Bürger-Anliegen zufriedenstellend zu lösen, oder ist es der Petitionsausschuss? Ich finde, das ist der Streit um des Kaisers Bart. In manchen Bundesländern gibt es Bürgerbeauftragte und Petitionsausschüsse. Andere haben nur Petitionsausschüsse. Natürlich haben wir immer mehr Beauftragte für spezielle Fragen. Meines Erachtens nach ist es so, dass Parlamentarier und damit der ganze Bundestag gut beraten ist, beim Petitionsrecht, wie wir es haben, zu bleiben.Vielen Politikern wird ja oft vorgeworfen, sie sind zu weit weg vom Alltag.&#8221;</p>
<p>Deutschlandfunk, &#8220;Hintergrund Politik&#8221;, 18.40 bis 19.00 Uhr</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gesprächspartner. textberater.com: Das Lektorat</title>
		<link>http://www.smuda-berlin.de/texte/interview-kompetenzportal-textberater-com/</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 08:43:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Smuda</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textprobe]]></category>

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		<description><![CDATA[Interview des Portals textberater.com über die Arbeit als Lektor.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="size-medium wp-image-6093 alignright" title="Textberater.com" src="http://www.smuda-berlin.de/wp-content/uploads/2009/08/Textberater.com-300x157.jpg" alt="Textberater.com" width="126" height="66" />Berlin. </strong>- textberater.com<a href="http://www.textberater.com" target="_blank"> </a>ist ein neues Medien-Portal aus Berlin. Betrieben wird es von zwei sprachlich qualifizierten und journalistisch erfahrenen Publizisten aus Berlin.</p>
<p>textberater.com bietet nicht nur Informationen darüber, was man für die eigene Öffentlichkeitsarbeit wissen muss.</p>
<p>Interview mit Karl-Heinz Smuda.</p>
<p><strong>Interview im Wortlaut:</strong></p>
<p>&#8220;Warum Firmen PR-Agenturen engagieren</p>
<p><strong>Profi-Lektor im Interview<br />
“Der Duden hilft Ihnen gar nicht”</strong></p>
<p>Karl Heinz Smuda lebt von gutem Stil, gibt Autoren gerne Hausaufgaben auf und weiß, das gute Texte den Unterschied zwischen Klitsche und Unternehmen ausmachen können. Textberater.com fragte den Lektor nach seinen Berufsgeheimnissen.</p>
<p><strong>Herr Smuda, Sie sind Lektor mit langjähriger Erfahrung. Was und wie arbeitet ein Lektor eigentlich?</strong></p>
<p>Die meisten Autoren suchen einen Lektor, weil ihnen die Distanz zu ihrem Text verloren gegangen sein könnte. Immerhin haben sie jahrelang die Idee, endlich etwas zu schreiben, in sich getragen.</p>
<p>Der Lektor sucht in mehreren Durchgängen nicht nur nach Rechtschreibfehlern, nach nicht immer gut gelungenen Formulierungen und nach unklaren, nicht wirklich bildhaften Beschreibungen. Viele Geschichten müssen besser abgeschlossen werden.</p>
<p><strong>… es ist nicht wie in der Schule, wo die Lehrerin am nächsten Tag die korrigierten Hefte zurück gibt?</strong></p>
<p>Nein, vom Lektor wird jeder Satz auf den Prüfstand gestellt und natürlich das Ganze. Diplom-Arbeiten oder Aufsätze sind Visitenkarten. Bei allem Fleiß soll die schlechte Form keinen Schatten auf das Gute, das Inhaltliche, werfen.</p>
<p><strong>…wie der Lektor arbeitet?</strong></p>
<p>Er hat Nachschlagewerke, eine gute bis sehr gute Allgemeinbildung und lebt mit reichlich Einsamkeit oder Leidenschaft am Computer. Dass man womöglich glaubt, bestimmte Texte wegen der eigenen langjährigen Erfahrung besser schreiben zu können, wäre eine fatale Einstellung.</p>
<p>Im Grunde glaubt man an den Autor. Ich war vor Jahren selbst überrascht, dass mich Themen nicht abschrecken, wenn ich die Intention und Logik verstehe. Intoleranz gegenüber der Esoterik zum Beispiel ist für den Lektor ein wirklich schlechter Berater.</p>
<p><strong>Also treffen Sie auf Autoren mit geringer Schreibroutine?</strong></p>
<p>Das kann sein. Sehen Sie, vor einiger Zeit habe ich ein Kinderbuch bearbeitet. Der ältere Herr wollte seinen drei Nichten ein kleines Büchlein hinterlassen. Er hat über sich, seine Zeit nach dem Krieg geschrieben.</p>
<p>Die Akteure in dem Buch waren Kinder, die trotz des Hungers und der Not viele Abenteuer erlebten. Hier hat mich ein gewaltiges Maß an Fantasie als Leser sehr für dieses Buch eingenommen. Es gab wegen dieser vermeintlich fehlenden Schreib-Routine viel Arbeit für mich als Lektor.</p>
<p>Ausgerechnet daran erinnere ich mich nicht vordergründig. Den 70-jährigen Autor habe ich indessen gebeten, unbedingt weiter zu schreiben, weil ich sicher bin: Beim nächsten Buch wird er diese Schreibroutine haben können – und hoffentlich diesen Sinn für Details, für Stimmungen und Dramatik wieder zeigen, aber besser als je zuvor.</p>
<p><strong>Für Rechtschreibfehler gibt es schließlich den Duden…</strong></p>
<p>Es gibt im Internet-Zeitalter gute Programme. Der Duden gibt sehr viel Freiheit. Man kann ein Komma setzen oder es auch sein lassen. Es ist besser, wenn die einmal getroffene Entscheidung, wie man ein Wort über 100 oder 200 Seiten schreibt, stringent im Text angewendet wird.</p>
<p>Der Duden hilft Ihnen gar nicht, wenn Sätze arg verschachtelt sind. Leser würden unentwegte Verschachtelungen auf 100 oder 200 Seiten sehr bald als unzumutbar betrachten.</p>
<p>Zwar denkt der Lektor immer an die Regeln. Genauso wichtig ist ihm der Leser, damit eine Arbeit nicht unbeachtet bleibt.</p>
<p>Es wäre wirklich schade, wenn ein guter Text die Aufmerksamkeit des Lesers überfordert und dieses Buch am Ende ungelesen und verstaubt in der Ecke gelandet ist. Warum wurde dann geschrieben?</p>
<p>Auch für Kunden, die ihre Texte hauptsächlich online präsentieren wollen, stellt sich die Frage, wozu sie einen Lektor beauftragen sollten. Schließlich findet Google einen Text auch dann, wenn die Wörter falsch geschrieben sind.</p>
<p>Einfache Antwort: Dann ist man auf der Webseite, rauft sich die Haare, weil ein Unternehmen für das beste Produkt von allen wirbt, aber leider nicht in der Lage ist, sich klar auszudrücken oder den Eindruck zu machen, sich etwas Mühe gegeben zu haben.</p>
<p>Das ist am Ende ein Problem des Images. Die Leute werden denken: Das kann nur eine kleine Klitsche sein.</p>
<p><strong>Was sind die typischen Fehler, die man beim Publizieren machen kann?</strong></p>
<p>Im Internet benötigt man Keywords, um gefunden werden zu können. Solche Keywords machen einen Text nicht kaputt, sind strategisch wichtig.</p>
<p>Schreibt jemand ein Buch, dann sollte man wissen: Sofort ist mit einer weltweiten Auflage nicht zu rechnen. Gute Druckereien kennen ihre Kunden und raten dazu, erst einmal 100 oder 200 Exemplare drucken zu lassen.</p>
<p>Was Pressemitteilungen und Berichte angeht, ist es von Vorteil, journalistisch denken zu können. Alles ist in Bewegung, aber man sollte keine Pressemitteilung schreiben, die detailverliebt nicht mehr aufhört. Hat man keinen „Aufhänger“ für eine Pressemitteilung, dann lässt der sich immer finden.</p>
<p>Der Leser soll von Anfang an wissen, warum ihn eine Pressemitteilung interessieren könnte. Solche Arbeiten sind wirkungsvoll und nicht teuer. Die Kunst liegt hier in der Vereinfachung, von der viele Unternehmen glauben, dass sie deshalb unseriös wirken könnte.</p>
<p>Mir ist es lieber, dass ein Leser versteht, worum es geht. Nachfragen wird der Leser später. Dann sind die Fachleute am Zug. Vergessen Sie übrigens nie eine gute Überschrift.</p>
<p><strong>Was ist der dümmste Fehler, an den Sie sich erinnern können?</strong></p>
<p>Das ist keine Kategorie. Zuweilen schweifen Autoren bei nichtigen Punkten aus. Auch Allgemeingut muss nicht unbedingt erklärt werden. Ein Stichwort hat mehr Kraft als die Beschreibung von Abläufen an der Kasse eines Discounters. In einem Zusammenhang kann das wichtig sein, wenn die Kassiererin über ihre Belastung oder die Monotonie nachdenkt.</p>
<p>Ein anderes Beispiel: Selbst brauche ich keine 30 Seiten Text, um erfahren zu können, dass die Sonne aufgeht. Der Lektor wird dem Autor oft vorschlagen, etwas weniger Sonne einzusetzen, denn zu viel Licht, diese lähmende Detail-Verliebtheit, schadet jedem Text.</p>
<p><strong>Für welche Art von Schriftstücken lohnt es sich, einen Lektor hinzuzuziehen?</strong></p>
<p>Sicher lohnt es sich nicht, wenn man für den Familienkreis schreibt und es dabei belässt. Alles, was die Öffentlichkeit erreicht, sollte Qualität haben.</p>
<p>Ich selbst erinnere mich an Flugblätter während meines Studiums, die in der Mensa verteilt wurden. Mit winzigen Schrifttypen brachten die Studierenden möglichst viel Text unter. Das war abschreckend.</p>
<p>Die ersten Sätze haben mich trotz eines wichtigen Thema nicht gewinnen können. Dann dachte ich daran, dass dieser Text beim Lesen Arbeit machen würde, für die ich zwischen Vorlesung und Tablettrückgabe keine Zeit hatte.</p>
<p>Die Flugblätter blieben auf den Tischen liegen. Am nächsten Tag waren neue da. Was vergessen wird: Wer einen Lektor engagiert, der nimmt die Dienstleistung quasi eines Fach-Arbeiters in Anspruch. Die Preisgestaltung ergibt sich aus dem Gespräch.</p>
<p><strong>Was ist der Unterschied zwischen lektorieren und korrigieren?</strong></p>
<p>Wenn ich nur an die Rechtschreibung denke, dann sprechen wir von Korrektorat. Hier und da gibt es kleine Veränderungen im Text. Beim Lektorieren geht es erst am Ende um die Rechtschreibung. Das ist ein komplexer Vorgang.</p>
<p>Grundsätzliche Fragen erörtere ich freilich mit den Autoren oder den Unternehmen. Selbstverständliches ändere ich eigenständig. Das kostet weniger Zeit. Es soll nicht zu Brüchen kommen, also bewahre ich den Sprachfluss. Viele Texte müssen gestrafft werden.</p>
<p>Da bitte ich die Autoren erst anschließend um deren Zustimmung. Es passiert nie, dass ein Verfasser die Leistung eines Lektors in Anspruch nimmt, um Vorschläge gänzlich zu ignorieren. Ich habe gelernt, dass viele Unternehmen und Privatleute die eigenständige Arbeit des Lektors als Entlastung verstehen.</p>
<p><strong>Wem würden Sie am liebsten auf die Sprünge helfen?</strong></p>
<p>Das ist gar nicht nötig. Den Leuten fehlt es oft an Übung. Im Verlauf der Zusammenarbeit treffen gelegentlich neue Kapitel ein, die plötzlich eine neue Qualität haben, weil der Lektor und Autor über wichtige Fragen diskutiert haben, damit der Text besser wird.</p>
<p>Vor einiger Zeit habe ich mit einer unerfahrenen Autorin eine kleine Übung gemacht: Sie solle, wenn sie etwas Zeit habe, auf 10 Zeilen beschreiben, was sie sieht und hört, wenn sie den Fensterplatz in einem Flugzeug eingenommen hat. Danach waren alle Kapitel wesentlich konzentrierter geschrieben.</p>
<p><strong>Wer sind Ihre Kunden?</strong></p>
<p>Das sind einerseits kleinere und mittlere Betriebe, die Pressemeldungen und Texte für ihre Webseiten benötigen. Für mich als Autor ist das oft eine schöne Arbeit, weil ich erst verstehen muss, wie denn diese Maschine funktioniert, bei welchen Temperaturen zum Beispiel geschweißt werden kann.</p>
<p>Die zweite Gruppe setzt sich bei mir vor allem aus älteren Menschen zusammen, die sich einem Thema verschieben haben, das ihr Lebensthema ist. Die Formen sind unterschiedlich. Das kann zu einem Kinderbuch werden, einer politischen Betrachtung oder einer Satire. Diese Zusammenarbeit mag ich besonders gern, weil so ich persönlich einen Zugang zu dieser Altersgruppe bekomme.&#8221;</p>]]></content:encoded>
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		<title>Autor. &#8220;Soldatengräber sind Mahner für den Frieden&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 10:33:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Smuda</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textprobe]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Bundeswehr hat den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge bei der Pflege eines vergessenen Soldaten-Friedhofes in Litauen unterstützt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><img class="size-medium wp-image-800 alignright" title="Karl-Heinz Smuda Soldatengräber in Litauen" src="http://www.smuda-berlin.de/wp-content/uploads/2009/03/scannen00011-300x179.jpg" alt="Karl-Heinz Smuda Soldatengräber in Litauen" width="176" height="105" />Siauliai .  -</strong> Die Abendsonne hat Mühe, die Luft zu wärmen, und staubtrocken ist der Boden auf dem Soldatenfriedhof am Rande von Meskuiciai.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein Kranz mit weißen Lilien soll niedergelegt werden. Die Soldaten des Deutschen NATO-Einsatzkontingentes gehen minutenlang schweigend umher.</p>
<p style="text-align: justify;">Sie sehen einen Wall, der sich schützend um den kleinen Friedhof legt. Neben dem Hain rauschen die Bäume eines Waldes im litauischen Herbstwind. Niemand der Soldaten spricht. Der Besuch ist beklemmend.</p>
<p style="text-align: justify;">Die 60 Grabsteine in der Form von Kreuzen gehören zur wechselvollen Geschichte Litauens. Das Land wurde 1915 durch deutsche Truppen besetzt. In den Gräbern ruhen russische und deutsche Soldaten, gestorben bei Kämpfen um die Stadt Siauliai im Juli 1915.</p>
<p style="text-align: justify;">Axel Eden schaut auf die vielen faustgroßen Steine, die er um die kniehohen Steinkreuze gelegt hat, wie einen Schutzwall für jedes Grab. Eden ist Stabsfeldwebel, ist einer von den fünf Kameraden, die hier drei Wochen lang täglich gearbeitet haben, und das in ihrer Freizeit. 200 Stunden lang wurde dem Andenken an die Gefallenen mit Hand und Säge, mit Hacke und Schaufel ein würdiger Platz gegeben.</p>
<p style="text-align: justify;">Stabsfeldwebel Axel Eden sagt, er habe die Arbeit einer Jugendgruppe des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge übernommen. Die jungen Leute konnten nicht bleiben. Immerhin war das Unkraut und die Büsche schon entfernt worden, sonst wären die kleinen Kreuze kaum noch zu finden gewesen.</p>
<p style="text-align: justify;">Schwer ist auch der Zugang zum Friedhof. Eine schmale, staubige Straße führt an einer bewohnten, aber arg verfallenen, Siedlung vorbei zu einer unendlich wirkenden Wiese. Dort wo man abbiegt, befindet sich nur eine Ahnung von einem abgehenden Feldweg, der am Waldrand endet. Hier befindet sich der kleine Soldatenfriedhof. Ein einsamer Fleck in diesem von der Geschichte selten gut behandeltem Land.</p>
<p style="text-align: justify;">Oberstleutnant Joachim Ellguth, Kommandeur des deutschen NATO-Kontingentes in Siauliai, hält eine Ansprache. Er findet in diesem Moment die richtigen Worte. Die Rede ist von der Zukunft, die ohne Vergangenheit nicht zu gestalten ist. Dann erinnert sich Oberstleutnant Ellguth an ein Zitat von Albert Schweizer: &#8220;Soldatengräber sind Prediger des Friedens!&#8221;.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Blick der Solaten verschwindet in diesem Moment in der Ferne.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Autor. AA: &#8220;Kinshasa &#8211; Wie eine Perle im Sand&#8221;</title>
		<link>http://www.smuda-berlin.de/texte/auswartiges-amt-aa-intern-kinshasa-wie-eine-perle-im-sand/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 09:42:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Smuda</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textprobe]]></category>

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		<description><![CDATA[Lesen Sie eine Reportage über der Bundeswehr und ihre Mission als EUFOR RD CONGO in der Demokratischen Republik Kongo zur Sicherung freier Wahlen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="size-medium wp-image-315 alignright" title="Kinshasa" src="http://www.smuda-berlin.de/wp-content/uploads/2009/03/warnung-193-300x200.jpg" alt="Kinshasa" width="161" height="107" />Kinshasa/ Berlin . -</strong> Er hatte hier oben wohl die beste Aussicht. Denn Sebastian Piekarski saß als Wachposten hinten auf der Rampe eines fliegenden Transport-Hubschraubers.</p>
<p>Seine Beine baumelten über Kinshasa: Unter seinen Füßen war 200 Meter tief nichts. Festhalten? Nicht nötig.</p>
<p>Er saß während des Einsatzes von EUFOR RD CONGO auf einem roten Kissen. Sein Oberkörper war angeschnallt. Andere 24 jährige können über solche Erlebnisse kaum berichten. Nun werden die letzten der 780 deutschen Soldaten am 22. Dezember wieder zuhause in Deutschland sein. Seit dem 30. November ist das Mandat beendet. Ziel war die Sicherung der ersten freien Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo nach 40 Jahren.<img class="size-medium wp-image-313 alignright" title="Kinshasa CH 53" src="http://www.smuda-berlin.de/wp-content/uploads/2009/03/warnung-220-1024x768-300x225.jpg" alt="Kinshasa CH 53" width="134" height="100" /></p>
<p>In Potsdam ist der Generalleutnant Karlheinz Viereck (55) sehr zufrieden. Als Befehlshaber sei er im Einsatzführungskommando der Bundeswehr, das weltweit alle Auslandseinsätze führt, von Anfang sicher gewesen, dass alle Soldaten wieder heil heimkehren würden. So ist es gekommen.</p>
<p>Wie sieht Kinshasa von oben aus, aus dem Hubschrauber? Der deutsche Heeresflieger Piekarski weiß es: „&#8230;wie ein angelaufenes 5-Mark-Stück!&#8221;. Mit leiser Stimme beschreibt er besondern gern das Sonnenlicht, das hier in der Demokratischen Republik Kongo gnadenlos auf die vielen staubigen Dächer einer wirklich großen Stadt trifft. 7 Millionen Menschen wohnen hier offiziell, wahrscheinlich sind es sehr viel mehr. Selbst war Piekarski seit Ende Juni im Kongo, ist sonst stationiert im baden-württembergischen Laupheim.</p>
<p>Ihre Basis hatten die Heeresflieger im Süden des Flughafens von N´Dolo in Kongos Hauptstadt Kinshasa. Vom Camp aus fuhr oder ging man über die Runway des Flughafens, auf dem nicht nur zivile Flugzeuge landen und starten können. Eine Ampel trennte das Camp des multinationalen EU-Kontingentes, eine Zeltstadt, von der Basis der Heeresflieger. Die Gefahr war einfach zu groß, auf der Runway von einem Flugzeug erfasst zu werden. Eine Art Flugzeug-Friedhof auf dem kurzen Fußweg lenkte dort stets ab. Seit Jahren gammeln neben dem jetzt verwaisten Shelter der Deutschen Bundeswehr ausgemusterte Passagiermaschinen vor sich hin. Die Farbe blättert an ihnen ab. Zu welcher Fluggesellschaft zum Beispiel die DC 10 mit den fehlenden Fenstern gehört hat, bleibt ein Rätsel und wird wahrscheinlich nicht mehr gelöst werden. Vieles hier ist unwirtlich; so ist Afrika bei den Heeresfliegern in frischer Erinnerung.</p>
<p>Die große Halle bot den drei Hubschraubern Schutz. Doch auf dem glatten Boden liegt wieder feiner, roter Wüstensand. Gegen den ist man machtlos. In dem jetzt wieder weiß-blau gestrichenen, sauberen Gebäude mit den gewaltig hohen Stahlträgern gibt es eine Balustrade in Höhe der Rotoren der geparkten Helikopter.</p>
<p>In den Büros dort oben wurde Tag und Nacht geplant, unten inspiziert und repariert &#8211; oder unten in der Halle und oben in den Büros wurden Verfahren eingeübt, damit alle Heeresflieger gewissermaßen an einem Strang ziehen können. Das fing nicht erst damit an, welche Funkfrequenzen im Einsatz genutzt werden müssen. Inzwischen hat Oberstleutnant Ralf Mußeleck nach vier Monaten in Kinshasa seinen wohlverdienten Urlaub angetreten.</p>
<p>Es ist ihm nicht schwer gefallen, sich wieder an das raue, deutsche Winterklima zu gewöhnen. Dort in Kinshasa lag die Luftfeuchtigkeit bei 90 Prozent. Es war täglich heiß, brennend heiß. Nach den regelmäßigen Regenfällen mit manchmal 107 Litern Wasser pro Quadratmeter begann der Boden auch noch zu schwitzen.</p>
<p><img class="size-medium wp-image-193 alignright" title="Kinshasa" src="http://www.smuda-berlin.de/wp-content/uploads/2009/03/warnung-227-300x225.jpg" alt="Kinshasa" width="164" height="122" />„Schwer auszuhalten!&#8221;, erinnert sich der 40 jährige. Mußeleck war regelmäßig dabei, wenn die  Stimmzettel der Präsidentschaftswahl für den Großraum Kinshasa ausgezählt wurden. Dies sei eine eindrucksvolle Zeit gewesen. Seine eigentliche Aufgabe in Kinshasa war die Planung von so genannten Landoperationen.</p>
<p>In der Hauptstadt indessen wurden die Stimmzettel in einer besonders abgesicherten Halle der UN-Friedenstruppe MONUC deponiert und ausgezählt. MONUC sichert im Auftrag der UN seit Februar 2000 mit 17 500 Soldaten den instabilen Frieden in dem Land, das mehr als sechs Mal größer ist als die Bundesrepublik Deutschland. Tausende von weißen Leinensäcken waren allein in Kinshasa gelagert worden, nachdem am 29. Oktober die Stichwahl um das Präsidentenamt stattgefunden hatte. Jean-Pierre Bemba hatte Staatsoberhaupt Joseph Kabila herausgefordert und ist schließlich gescheitert. Kabila ist jetzt demokratisch gewählter Präsident der Demokratischen Republik Kongo.</p>
<p><img class="size-medium wp-image-181 alignright" title="CH 53 Kinshasa" src="http://www.smuda-berlin.de/wp-content/uploads/2009/03/warnung-221-1024x768-300x225.jpg" alt="CH 53 Kinshasa" width="205" height="153" />Der Inhalt der Säcke, in den sich die Stimmzettel befunden haben, wurde nach einem ausgeklügelten System ausgewertet. Auf orangefarbenen Plastikstühlen hinter einer Absperrung konnten die Autoritäten des Landes, die Medien, aber auch interessierte Kongolesen sehen, dass die Auszählung korrekt verlief. Trotzdem hat Jean-Pierre Bemba den Wahlsieg von Präsident Kabila mit Waffengewalt nach Bekanntgabe der Ergebnisse infrage gestellt.</p>
<p>Kabila residiert in einer Stadt, die nicht nur bei den deutschen Soldaten als exotisch gilt. Die Armut ist unübersehbar. Doch die Menschen sind überall bunt und sauber gekleidet und stets freundlich. Zu den Bildern, die nicht vergessen werden, gehören Frauen, die ganze Ölfässer auf dem Kopf balancieren können. Doch die Eindrücke dieser afrikanischen Metropole so nahe am Äquator sind oft nicht wirklich fremd. Oft sieht man auf den Kleinbussen deutsche Werbebotschaften: „Elektrohandel Kuhn, Kirchlinde&#8221; oder „Wäscherei Weber, München, Telefon&#8230;&#8221;. Die Fahrzeuge, längst schrottreif und beliebte Transportmittel der Menschen, haben offenbar lange Wege hinter sich.</p>
<p>Die Wege im EUFOR-Camp N´Dolo indessen waren kurz. Die Soldaten hielten sich rund um die Uhr in Bereitschaft. Geschlafen haben sie auf Pritschen. Darunter standen Schuhe, an einem Haken neben dem Bett hingen ein Rucksack, das Handtuch, T-Shirts. Die großen Mückennetze um das Bett herum vermittelte immerhin das gute Gefühl, sich am Ende eines langen Tages in den Tropen hinter dem Stoff doch noch zurückziehen zu können. Manchmal haben die kleinen Dinge das Heimweh ein weniger werden lassen, wie Kissen mit eingestickten Botschaften der heimgebliebenen Freundinnen: „Ich liebe Dich!&#8221;.</p>
<p>Alle Soldaten sind zu Weihnachten wieder daheim. Denn, das wissen sie, es ist nirgends schöner als zuhause.</p>
<p><strong>Ein Beitrag für &#8220;AA Intern&#8221; des Auswärtigen Amtes, Berlin</strong></p>]]></content:encoded>
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