17.12.2018

Lektorat: Warnung vor Billigangeboten

 

Sie werden überrascht sein, wie groß die Bandbreite ist, wenn es um die Preise von Lektoren geht. Das billigste Angebot kann zum teuersten werden. Mit sehr günstigen Angeboten erhalten Anbietende sehr viele Nachfragen. Diese Leute sitzen über großen Mengen sehr unterschiedlicher Texte, stehen unter Druck.

Oftmals ist jener Personenkreis mit Dumpingpreisen hauptberuflich in anderen Branchen tätig und freut sich darüber, leicht ein Nebeneinkommen mit dem „Verändern“ von Manuskripten erwirtschaften zu können.

In meiner Praxis kommt so gut wie nie vor, dass ich eine Manuskriptseite in weniger als 30 oder 45 Minuten gründlich bearbeiten kann. Und die Zeit für die Kommunikation mit dem Autor bzw. der Auftraggeberin will ich nicht einrechnen. Ich frage mich, wenn ich Angebote in Internet-Märkte lese, wie es jemand rechtfertigen kann, seine Aufgabe redlich für 1,80 Euro oder für zwei redlich erledigen zu können?

Wenn jemand billig und schnell arbeitet, kann das noch professionell gut sein? Es ist wahrscheinlich, dass Sie als Auftraggeber nacharbeiten müssen. Das kann zusätzliche Kosten verursachen. Sie müssten ggf. einen anderen Lektor bzw. eine weitere Lektorin zu beauftragen, falls Ihr Vertrauen nicht vollends zertört wurde. Am Rande: Das Unschöne ist, dass ich scheinbar die Verantwortung für das Desaster tragen soll und „die Sache“ für wenig Geld in Ordnung bringen möchte.

So einfach ist das nicht, weil ich das gesamte Werk lesen und korrigieren muss und mir dann wünsche, das Originalmanuskript in den Händen halten zu dürfen. Wir fangen am besten von vorn an.

Fremd ist mir das nicht, zu hören, dass ein Text schlechter aus dem Lektorat kam als er hingegangen ist. Das teurere Angebot des Lektorats ist aus meiner Erfahrung und nach meiner Meinung am Ende das günstigste.

Seien Sie vorsichtig.

Print Friendly, PDF & Email