17.12.2018

Wie ich Ghostwriter und Lektor wurde

 

Mit 15 gab es diesen Artikel über die Kirmes in Dürwiß, also ein bedeutendes regionales Ereignis, das im „Bote an der Inde“ mit meinen drei Initialen KHS abgedruckt wurde. Darauf war ich stolz. Ich dachte, nun bin ich in Dürwiß weltberühmt.

Der „Bote an der Inde“ erschien von Montag bis Samstag mit einer Auflage von 2 700 Exemplaren und war die „führende Heimatzeitung“ im Kreis Aachen.

Dürwiß ist der Stadtteil einer mittelgroßen Stadt namens Eschweiler. Es kamen viele dieser Artikel hinzu, über Karnevalsveranstaltungen, Jubiläen von Spielmannszügen oder Porträts, für die ich die Jubilare ungelenk gefragt habe, warum sie denn 100 Jahre alt geworden seien.

Karl-Heinz Smuda berichtet über seine Erfahrungen und über seine Ausbildung. Sensibilisieren

Nun baue ich auf 42 Jahre Erfahrung.

So schrieb ich Briefe für andere Leute, mit 17 Jahren in der „Eschweiler Wochenendpost“ Kolumnen, in der es wöchentlich in 33 000 Exemplaren um die Sicht Jugendlicher auf lokale Ereignisse ging. Es folgten Buchkapitel, mit 18 das erste Buchkapitel über Radio Vatikan.

Die Feinarbeit habe ich als Reporter für Zeitungen, das ARD-Fernsehen und den öffentlich-rechtlichen Hörfunk gelernt und trainiert.

Doch begann die Leidenschaft mit der Teilnahme an einem Hörspiel, das am 22. September 1976 in einer Kölner Wohnung zwischen Wohnzimmerschrank, Mikrofonen, dem Regisseur Hein Brühl, Assistenten, Schauspielern und Assistenten aufgenommen wurde. Sendung am 22. November 1976 abends um 21.10 Uhr auf WDR 2, zu einer Zeit, als es noch keine Privatsender gab.

Noch heute lässt sich der Hinweis im Internet, in der ARD-Datenbank für Hörspiele, finden.

Reportagen

Ich wurde Korrespondent, musste für viele Menschen im Radio und Fernsehen bildhaft, also detailreich beschreiben: beim Oder-Hochwasser wie beim Ausbruch des Vulkans Mount Pinatubo in Manila oder aus dem Bürgerkrieg in Ost-Timor, aus dem Kosovo-Krieg und aus anderen Krisenregionen. Nichts ist der Mensch ohne den Menschen. Nicht nur bei diesen Einsätzen habe ich gelernt, was es heißt, überleben zu wollen. Das verstehen Menschen, die zum Beispiel den Zweiten Weltkrieg er- und überlebt haben, besonders gut. Das prägt.

Es sind rund 12 000 Beiträge aus Europa, Asien, Australien, Afrika und den USA entstanden, die Facetten abbildeten.

Weil ich in viele Bereiche hineingeguckt habe, konnte auch die Empathie wachsen, wenn es um Menschen ging. Was die Arbeit für Ratgeber angeht, ist sie  harte Arbeit, weil jedes Detail stimmen muss. Hier sind die Fähigkeit zur gründlichen Recherche, die eigene Weitläufigkeit und Faktenwissen nötig.

Wichtig ist immer auch Toleranz. Als Lektor und Ghostwriter hat man direkt und indirekt ständig mit Menschen zu tun.

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