17.12.2018

Buch schreiben lassen: Wie steht es um das Urheberrecht?

 

Das Urheberrecht ist in Deutschland ein hohes Gut. Es gibt dem Autor eines Textes umfassende Rechte. Nur er darf entscheiden, ob und wie sein Werk in die Öffentlichkeit gelangt.

Ghostwriter sind die Verfasser von Texten. Den Schreibern stehen alle Urheberrechte zu. Theoretisch kann ein Ghostwriter seine Urheberrechte nicht völlig aufgeben.

Vertrauen

Redliche Ghostwriter halten sich in der Praxis an Vereinbarungen. Der Auftraggeber muss dem Ghostwriter vertrauen können.

Ich meine, dass die permanente Prüfung zum Beispiel von Verkaufszahlen eines Buches nicht nur Zeit raubt, sondern Streit bringt.

Ghostwriter und UrheberrechtBuch schreiben

Meine Aufgabe ist das Schreiben zum Beispiel von Buchmanuskripten, nicht das Streiten.

Alle Verwertungsrechte diskret übertragen

Daher übertrage ich als Ghostwriter alle Verwertungsrechte exklusiv an den Auftraggeber. Anschließend wende ich mich verschwiegen neuen Aufgaben als Autor von Büchern zu.

Darin liegt meine Profession.

Wie teuer ist ein Ghostwriter?

Es ist wichtig, dass Auftraggeber ihrem Ghostwriter vertrauen können und keine bösen Überraschungen erleben.

Die Frage, wie teuer ein Ghostwriter ist, kann ich einfach beantworten: Es bleibt hier für immer und ewig beim vereinbarten Honorar, das in der Regel in zwei Raten fällig ist.

Nachforderungen und Nachforschungen schließe ich als Ghostwriter vollkommen aus.

Darauf müssen sich Auftraggeber verlassen können. Das können sie unbedingt.

Änderungen beim Korrekturlesen

Beim Korrekturlesen erwirbt der Lektor nicht das Urheberrecht: Es sei denn, dass er tiefgreifende Änderungen vorgenommen hat. Dieser Lektor wird Miturheber. Das sollte demjenigen, der Texte zur Bearbeitung übergibt, bewusst sein.

In meiner Praxis erhebe ich keine weiteren Ansprüche nach der Honorierung der Arbeit. Das Thema spreche ich an, um meine Seriosität in diesen Fragen zu betonen. Ich halte mich an Abmachungen.

Pseudonym wählen

Ob ein Autor unter seinem Namen schreibt oder ein Pseudonym wählt, ist für den Gesetzgeber nicht wichtig. Es reicht der Nachweis über die Urheberschaft aus.

Will ein Autor nicht, dass sein Name genannt wird, kann er das aus dem Urheberrecht nicht ableiten. Dann verweist er auf seine Persönlichkeitsrechte, also darauf, unbekannt bleiben zu wollen. Das muss respektiert werden.

Der Ghostwriter braucht den Steuermann

Als Ghostwriter im Hintergrund bleiben zu wollen, ist die Grundlage meiner Arbeit. Darauf bestehe ich ausnahmslos. Es wäre unschön, wenn Auftraggebern nachgesagt werden kann, dass sie einen Ghostwriter beschäftigt haben.

Die Nennung meines Namens könnte den Verdacht aufkommen lassen, dass das Buch von fremder Hand geschrieben wurde. Das Stillschweigen gilt für beide Seiten.

Nicht jeder ist ein guter Schreiber und hat viel Zeit. Die Idee und das Engagement des Auftraggebers während des Schreibens bestimmen den Inhalt des Buches. Der Auftraggeber wird zum Steuermann.

Niemals öffentlich werden

Ich glaube, dass der Auftraggeber deshalb getrost auf dem Buchdeckel für sich werben darf.

Wer als Ghostwriter oder Lektor vor Gericht darum streitet, als Autor unbekannt bleiben zu wollen, schafft indessen Öffentlichkeit. Das könnte mir selbst schaden. Ich bin Ghostwriter und treffe bindende Vereinbarungen.

Es ist skuril, mit öffentlichem Getöse auf Anonymität zu bestehen. Ein Ghostwriter untergräbt auch damit seine Arbeitsgrundlage.

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