15.07.2019

Nach zu Guttenberg: kein Ghostwriting für Schüler und Studenten

 

Seit den Vorwürfen gegen den ehemaligen Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg reißt die Zahl der Anfragen von Studenten und Schülern nicht ab. Sie wollen sich ihre Master- oder Hausarbeiten schreiben lassen.

Gelegentlich melden sich sogar deren Eltern, die darüber klagen, dass ihre Kinder nicht die Lust und das Zeugs zum Studieren hätten.

Ich verweise am Telefon oder per E-Mail darauf, keine Arbeiten für Schüler und Studenten zu schreiben. Man sei zeitlebens dafür verantwortlich, was man sich selbst vertraut gemacht habe. Um  den Aufwand zu reduzieren, verschicke ich per E-Mail Formbriefe mit meiner Absage und mit Hinweisen auf moralische bzw. juristische Aspekte.

Ob die Einsicht bei den Schülern und Studenten anschließend da ist, selbst zu arbeiten: Das glaube ich nicht. Man hat sich als Ghostwriter bemüht …

Ich selbst handele sittenwidrig. Die Schüler und Studenten, die ihre Lehrer und Professoren betrügen, machen sich ggf. strafbar. Die Zukunft könnte verbaut sein.

Offenbar ist nach der Diskussion um zu Guttenberg eine Art Dammbruch entstanden. Diese Mengen von Anfragen hat es vor dem Rücktritt des deutschen Ministers nicht gegeben. Es scheint so zu sein, dass sich mancher von den Schülern und Studenten denkt: Ja, was der kann, das kann ich auch … Sie denken nicht an die Folgen. Das gilt ebenso für die Eltern.