23.10.2019

Lektorat: Warnung vor Billigangeboten

 

Warnung, denn vielleicht bezahlen Sie einen hohen Preis.

Im Internet gibt es zahlreiche Billigangebote fürs „Lektorat“ Ihres Buchs. Sie werden überrascht sein, wie groß die Bandbreite ist, wenn es um die Preise solcher „Lektoren“  geht. Das billigste Angebot kann zum teuersten werden.

Zubrot

Oftmals ist jener Personenkreis mit Dumpingpreisen hauptberuflich in anderen Branchen tätig, noch Schüler oder schon Pensionär und freut sich darüber, ein Nebeneinkommen mit dem „Verändern“ von Manuskripten erwirtschaften zu können.

In meiner Praxis kommt so gut wie nie vor, dass ich eine Manuskriptseite in weniger als 30 oder 45 Minuten gründlich bearbeiten kann. Und die Zeit für die Kommunikation mit dem Autor bzw. der Auftraggeberin will ich nicht einrechnen. Ich frage mich, wenn ich Angebote in Internetmärkten lese, wie es jemand auch moralisch rechtfertigen kann, seine Aufgabe für 1,80 Euro anzubieten?

Schnell Geld verdienen?

Wenn jemand billig und schnell arbeitet, kann das noch professionell gut sein? Es ist wahrscheinlich, dass Sie als Auftraggeber nacharbeiten müssen.

Das kann zusätzliche Kosten verursachen, falls Sie einen echten Lektor um dessen Hilfe bitten. Am Rande: Das Unschöne ist, dass ich scheinbar die Verantwortung für das Desaster tragen soll und „die Sache“ für wenig Geld in Ordnung bringen möchte. Ich erhalte Beschwerden über solche „Lektoren“.

Zur Arbeit gehört die Ausbildung, gehört die Erfahrung

So einfach ist das nicht, weil ich das gesamte Werk lesen und korrigieren muss und mir dann wünsche, das Originalmanuskript in den Händen halten zu dürfen. Wir fangen am besten von vorn an.

Fremd ist mir das nicht, zu hören, dass ein Text schlechter aus dem Lektorat kam als er hingegangen ist. Das teurere Angebot des Lektorats ist aus meiner Erfahrung und nach meiner Meinung am Ende das günstigste.

Seien Sie vorsichtig.