17.12.2018

Herzlichen Glückwunsch, Gerhard Fenkart-Fröschl, Wien

 

Darüber freue ich mich sehr. Die hin- und mitreißende Satire des Wiener Autors Gerhard Fenkart-Fröschl erscheint im Juli 2013 im Goldegg Verlag, Wien. Sehr gern erinnere ich mich an die Zusammenarbeit im August 2012 in Wien: Das war eine fabelhafte Zeit in Österreich … Offenes Fenster in einer kleinen Parterrewohnung, Blick auf eine mannshohe Hecke, abendlich diskutierend ein Getränk nehmend und täglich mindestens 16 Seiten bearbeitend … In solchen Momenten liebt man den Beruf des Lektors.

Nun erreichte mich die Nachricht, dass das Buch in diesem Sommer erscheint. Herzlichen Glückwunsch, lieber Autor Gerhard Fenkart-Fröschl.

Gerhard Fenkart-Fröschl, 1971 geboren, wuchs in New York und Rio de Janeiro auf. Seit 2001 unterrichtet er an einer Fachhochschule. Begleitend unterstützt er Unternehmen im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit. Als Dozent sind seine Studenten für ihn eine Quelle ständiger Inspiration und waren die Triebfeder für seinen ersten Roman. Mit dem Quereinstieg hofft er, vor allem junge Menschen verstärkt für politische Inhalte zu interessieren.

QuereinstiegQuereinstieg
Vom Nobody zum Politstar in einem Jahr. Eine politische Satire

ISBN: 3902903406
2013, 300 Seiten, Maße: 21,5 cm, gebunden, 19,95 Euro

Am Anfang steht die Idee im Wiener Restaurant „Eckel“ an der Sieveringer Straße unweit von Grinzing entfernt: Innerhalb eines Jahres werde Kathi Staatssekretärin in der österreichischen Bundesregierung sein. Verliert Kathi, wird sie und nicht ihr Bruder Erasmus mit der entsetzlichen Tante ans Tote Meer reisen müssen.

Tatsächlich schafft es Katharina von Lichtenfels, ein erfolgreiches Volksbegehren für die Erneuerung der Kasernen zu initiieren. Das Leben in den Unterkünften sei menschenunwürdig.

Das Projekt soll auf Kosten der Versicherungen gehen, die mit einer Abgabe belegt werden. In den Hinterzimmern fällt es den Assekuranzen nicht schwer zuzustimmen.

Andererseits werden sie auf Dauer dickes Geld machen, weil der Finanzminister erpressbar ist und sein schönes Leben in der Bundesregierung mit neuem Auto und ansehnlicher Dienstvilla viel mehr zu schätzen weiß als seine hehren Prinzipien. Kathi zieht die Strippen.

Dreist agitiert Kathi im Fernsehen mit Bildern russischer Kasernen für das schließlich erfolgreiche Volksbegehren mit absurden Schicksalsschlägen einzelner fescher Burschen, die nichts mit dem Leben der Soldaten zu tun haben. Die Frau setzt auf das Herz Österreichs, auf das Mitgefühl, das blind macht. Dagegen scheinen die etablierten Politiker machtlos zu sein.

Kathi hat sich entschieden: Ihr gefällt ein Posten im Verteidigungsministerium.

Es ist nicht ohne Witz, dass die junge Frau in Anlehnung an die Münchner Sicherheitskonferenz ein Institut gründet, das den Anschein großer Bedeutung seit langer Zeit hat. Kaum einer, der etwas auf sich hält, wagt nicht nur in Wien zu sagen, dass er noch nie etwas von der offenbar berühmten Institution gehört habe.

Quereinstieg. Gerhard Fenkart-FroeschlDa werden Jahresberichte in die Wiener Nationalbibliothek geschleust, Reisen nach Schottland gemacht. Der wichtige Pfeiler der großen Lüge, international renommiert zu sein, ist der Kauf eines seltsamen Verlags in den Highlands, dessen verstorbener Eigentümer im Suff Gedichte geschrieben hat, die nicht einmal der dickhäutigste Schotte lesen würde, über Fantasien verkommener Kerle, die von Jungfrauen träumen.

Kathi schleicht sich in der Fiktion an real existierende österreichische Politiker heran. Die erklären, wie Quereinsteiger in der Politik erfolgreich sein können. Der Autor hat sorgsam recherchiert und dafür zahlreiche Interviews mit österreichischen Politikern geführt.

Während sich die politischen Gegner mit ihren Plattitüden an das Wahlvolk heranwerfen, das sich kaum dafür interessiert, erweist sich Katharina von Lichtenfels als Populistin erster Güte. Lange nicht mehr ist eine so gute Satire erschienen. Sie muss unbedingt gelesen werden.

 http://www.goldegg-verlag.at/

 

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