11.12.2018

Tipps. Wie schreibe ich ein Buch?

 

„L´ art pou l´art“, Kunst um der Kunst willen, ist eine wichtige Triebfeder beim Schreiben. Doch benötigt jeder Autor Botschaften oder eine über viele Seiten hinweg tragfähige Geschichte. Ein Buch ist wie das Getränk, das anregt oder den Durst stillt.

Umfang

Wie schreibe ich ein Buch? Wer ein Buch schreibt, braucht Disziplin. Auf dieser Welt gibt es nicht sehr viele Biografien, die den Umfang von 800 Seiten haben. Schon mit 200 guten Seiten kann man sich sehr schwer tun. Gute Manuskripte benötigen Details.

Zu den Details gehören Tageszeiten, allerlei Beschreibungen der Umgebung, der Bewegungen von Menschen. Wer ein Manuskript erstellt, benötigt Fleiß und Distanz. Lektoren zum Beispiel helfen als Anwälte „ihrer“ Autoren verständnisvoll.

Es ist nicht einfach, Geräusche oder Blicke zu beschreiben, Landschaften und Straßen. Ein gutes Manuskript enthält Tausende von Informationen. Durch sie kommt sich der Leser nicht so vor, als sitze er beim Fernsehgucken vor einer Milchglasscheibe.

Aufbau

Kollegen in Verlagen schauen sich meist die ersten Seiten an. Täglich gehen zu viele Manuskripte ein, um sie alle vom Anfang bis zum Ende sorgfältig zu prüfen. Jedoch ergibt sich für die dortigen Lektoren schnell, ob ein Autor über Fähigkeiten verfügt, die das Weiterlesen lohnenswert machen.

Der erste von vielen Schritten auf dem Weg zum eigenen Buch kann damit gemacht sein, wenn der Anspruch des Schriftstellers darauf ausgerichtet ist, den Ansprüchen der Verlagslektoren gerecht zu werden.

Verständlichkeit

Nicht jeder Leser befindet sich in der Lebenswelt des Autors. Jedoch ist der Autor Vermittler zwischen seiner Geschichte oder Informationen, zum Beispiel in einem Ratgeber. Die Kunst liegt in der Vereinfachung. Dumm ist, wer klüger sein will als seine Leser. Dann sollte der Autor kein Manuskript erstellen.

Zielgruppe

„L´art pour l´art“ … Doch sollte sich jeder Autor fragen, für wen er schreibt. Die kleine Geschichte kann groß sein. Jedes Thema ist interessant. Niemand sollte sich wegen des Themas vom Schreiben abhalten lassen. Völlig Abstruses findet sicher seine Leserschaft: jedoch anders und anderswo als der Autor das gehofft hat.

Was immer der Autor zu sagen hat, sollte verständlich sein. Das gilt sogar für Phantasyromane, die logisch aufgebaut sind.

Antrieb

Was treibt den Autor an? Will er unterhalten? Möchte er exemplarisch auf sein Schicksal hinweisen, das andere mit ihm aus eigener Erfahrung teilen können? Franz Kafka schrieb 1904 an Oskar Pollak: „Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch?“

Bestimmt geht es eine Nummer kleiner. Kafka beschreibt den Maximalanspruch.

Sprache

Auch das schönste Thema kann „zerschrieben“ werden. Die Art des Schreibens soll das Lesen einfach machen. Das gilt für Schachtelsätze, die kein Ende nehmen. Im besten Fall erfreut sich der Leser zudem des Empfindens für Sprachästhetik: seines und des des Autors.

Für die korrekte Rechtschreibung sorgen auch Korrektoren und Lektoren. Verlage weisen Manuskripte zurück, wenn viele Rechtschreibfehler in den Manuskripten wimmeln.

Ein Lektor wird in der Regel bei seiner Arbeit ständig Füllwörter streichen, wenn sie sich geradezu lähmend wiederholen. Autoren pflegen zuweilen unabsichtlich sprachliche Eigenarten, die lästig sein und nach den Streichungen viele Normseiten ohne Substanzverlust kosten können.

Das Schreiben für das Hören unterscheidet sich vom Schreiben für das Lesen.

Normseiten

Den Umfang eines Manuskriptes ergibt sich nicht aus der Seitenzahl. Die Normseite hat einen Umfang von 1 500 Anschlägen inkl. der sinngebenden Leeranschläge zwischen den Wörtern und den Absätzen.

Definiert wird die Normseite zum Beispiel von der Verwertungsgesellschaft Wort in München. Die VG Wort berücksichtigt halbvolle Zeilen und die Formatierung von Dialogen. Eine Normseite ist eine Hilfsgröße.

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