19.07.2019

Laborjournal: Ghostwriting und die Moral

 

Wer als Ghostwriter akademische Arbeiten schreibt, handelt sittenwidrig. Daran erinnert Mario Rembold in seinem Beitrag für das Laborjournal.

Das Laborjournal ist ein populäres Magazin und ging dieser Frage nach. Autor Mario Rembold hat dazu den Berliner Lektor und Ghostwriter Karl-Heinz Smuda befragt. Smuda erinnerte sich an die Tage, als sich der frühere Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg dem Vorwurf stellen musste, seine Doktorarbeit nicht selbst geschrieben zu haben.

„Der Autor aus Berlin ist ebenfalls als Ghostwriter tätig, distanziert sich von den Kollegen, die prüfungsrelevante Arbeiten für Studenten erledigen.

sei sittenwidrig, und insofern könne er im Streitfall nicht einmal sein Honorar durchsetzen, argumentiert er.

Außerdem habe er dabei vor allem starke moralische Bedenken: ´Die Armen rackern sich ab und scheitern oder gewinnen, aber die Reichen machen es sich ganz nett´, ärgert sich Smuda.

Vor zu Guttenbergs Fall habe er alle zwei bis drei Wochen eine Anfrage in dieser Richtung erhalten, doch dann geriet der damalige Verteidigungsminister in die Schlagzeilen. ´Zuerst dachte ich, die Leute sind vorgewarnt und wollen keine Ghostwriter mehr, doch am nächsten Tag gab es fünf oder sechs Anfragen – das ging wochenlang so!´

Anscheinend hat die öffentliche Affäre viele Studierende überhaupt erst auf die Idee gebracht, ihre Die Zeitschrift widmet sich gesellschaftlichen Themen. Abschlussarbeit durch jemand anderen schreiben zu lassen.

Seither, so Smuda, reagiere er mit einer vorgefertigten E-Mail, in der er auf die Rechtslage hinweise und anrege, sich zu überlegen, ob man wirklich studieren wolle.“