11.12.2018

Lektor. „Die kleine Fee Fio und Eichhörnchen Tiba“. Kinderbuch von Kerstin Beß, Brühl

 

Das Abenteuer ruft vor allem im Smaragdwald. Dort lebt die Fee Fio mit ihren warmherzigen Eltern Adesina und Lionel. Viele Feen gibt es nicht mehr auf der Welt. Das liegt nicht nur daran, dass viele ihrer Art vor Jahr und Tag ins geheimnisvolle Land Aylandor aufgebrochen waren.

Kerstin Beß hat ein Kinderbuch geschrieben. Lektor: Karl-Heinz Smuda, BerlinGemeinsam mit dem Eichhörnchen Tiba erlebt die kleine Fee in großer Not die starken, aber dummen Trolle – und entkommt ihnen. Dort hinter der kleinen Höhle hinter dem großen Wasserfall findet Fio den Platz, an dem sich ihre Eltern einstmals heimlich treffen mussten.

Nicht zur Ruhe kommen kann die tote Mutter ihres Vaters: Ruhe, Traurigkeit und Glück treffen am Ende des Kapitels aufeinander. Viel Feenstaub gibt es nicht mehr. Der ist aber sehr hilfreich, wenn die Schildkröte, die auf dem Rücken liegt, auf die Beine gebracht werden muss.

Autorin und Werk

Frau Beß ist Mutter, hat ausprobieren können, ob ihre eigenen Kleinkinder durchgehend und ohne Überforderung die Geschichten haben erfassen und für sich entwickeln können. Die Textlänge aller vier Geschichten ist ideal. Die durchschnittliche Länge von 13 Normseiten entspricht der Erzähllänge von rund 20 Minuten. Das dürfte Kinder weder über- noch unterfordern. Ebenso gilt das für Eltern usw., die vorlesen.

Form und Professionalität

Die Autorin hat die Eigenarten derer herausgearbeitet, die von Kapitel zu Kapitel kleine Rollen spielen, die der eitlen, aber ungestümen Forelle, die der toten, aber sehnsüchtigen alten Fee oder die des Hirsches, der die Traditionen pflegen möchte. Durchgehend gibt es eine Klammer: Ausgangspunkt ist die alte Eiche, das Zuhause. Harmonie, quasi das Happy End, kommt am Ende im Dialog mit den Eltern auf.

Aus den Geschichten könnte eine Verlagsreihe werden, die über die vier Manuskriptteile hinausgeht. Inhaltlich hat Frau Beß viele Details berücksichtigt. Es ist wichtig, Anstöße zu geben: Wie sehen Blätter im Regen aus, wie Wände in Höhlen, wie geht es hinter einem Wasserfall zu? Kinder gestalten das gedanklich aus. Doch führt man sie zum Ausgangspunkt der eigenen Fantasie. Diese Teile sind in „Die kleine Fee Fio und Eichhörnchen Tiba“ (Arbeitstitel des Lektors) herausragend gelungen und machen dieses Werk zur höchst erbaulichen Lektüre für Kinder.

Die Übergänge sind stimmig, weil Frau Beß jeden Schritt entwickelt hat: das Ziel, den Aufbruch, das Abenteuer, die Rückkehr. Brüche gibt es nicht, die das Schreiben neuer Textteile nötig machen lassen. Erwachsene zeigen oft eine Tendenz dazu, auf Metaebenen zu vertrauen. Etwas wird angedeutet. Na, und die Leute könnten sich schon vorstellen, was gemeint ist … Das ist falsch, weil gute Geschichten von Details leben.

Empfehlung aus Überzeugung

Hier hat die Autorin den Notwendigkeiten erfolgreichen Schreibens voll und ganz Rechnung getragen. Das Lesen macht Spaß. Die Geschichten gewinnen Leser. Und zu diesen Lesern gehören ebenfalls Eltern – und nicht nur die: Erinnerungen an die eigenen Kindertage und die wunderbaren Welten werden wach. Gut illustriert werden die Geschichten ganz sicher erfolgreich auf dem Buchmarkt sein.

Als ihr Lektor empfehle ich das Werk von Frau Beß sehr.

Gern stelle ich den Kontakt zur Autorin Kerstin Beß her.

 

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